Das war die Makeup Show Europe 2012

aus meiner Sicht

Dass wir Impressionen von der Makeup Show Europe 2012 in Berlin mit euch via Instagram geteilt haben, war eine clevere Idee. Ich denke, ihr habt, insofern ihr es live verfolgt habt, tatsächlich die Essenz der Beauty-Messe erfassen können. Wir zeigten die Highlights, die Stimmung, die Gäste – undvon allem gab es so viel gar nicht zu sehen.

Einen groben Eindruck habe ich euch bereits beim letzten Wochenrückblick zusammengefasst. Heute daher, nachdem auch Zaz einige Worte verloren hat, noch einmal von mir, was ich erwartet habe, was mich freute und was mich enttäuschte zusammengefasst.

Erwartungen

Nachdem wir bereits vergangenes Jahr auf der aller ersten Makeup Show Europe 2011 waren – eine Beauty-Messe, die in den USA echt groß ist – habe ich für 2012 eine Steigerung erwartet. Ich hoffte auf mehr und vor allem spannende Aussteller, auf interessante Vorträge, auf mehr Publikum und eine bessere Stimmung. Darüber hinaus war mir klar, dass im Gegensatz zum letzten Jahr deutlich mehr bekannte Gesichter dabei sein würden. Alles in allem hoffte ich, mit den Erfahrungen, die ich in den letzten 12 Monaten auf 3 Messen sammeln konnte, dass ich auf der Makeup Show durch strukturiertes Spazieren tolle Inhalte für den Blog und schöne Produkte für mich finden würde.

Ich freute mich in aller erster Linie auf die Kevyn Aucoin Produkte. Ich schaue regelmäßig bei eBay nach diesen Produkten, lese Reviews, aber blind zu bestellen war mir nicht nur wegen der Farben ein wenig zu heikel. Aber auch, als ich von Louise Young las, war ich erfreut, denn auf der IMATS hatte ich die Bude doch glatt übersprungen. Dafür freute ich mich die beiden BDELLIUM-Männer wiederzusehen sowie die Brushes, auch wenn ich nicht beabsichtigte weitere zu kaufen. Ansonsten wie auch im Vorjahr immer wieder Grund zu schauen gibt MUFE, Ellis Faas und Jack’s Beauty Department. Gern hätte ich auch Illamasqua gestöbert.

Makeup Show Europe 2012

Body Painting von MAKE UP FOR EVER

Positives

* 2012 blieben schier alle „Hausfrauenmarken“ weg. Im vergangenen Jahr waren einige Marken da, von denen man sich kaum vorstellen konnte, wie sie die Reise an sich schon finanziert haben konnte und vor allem, welche Erwartungen sie denn mitbrauchten. Buden, die einem Flohmarktstand ähnelten und einzig Glitterpötte oder Mineral-Makeups anboten. Das wollte keiner sehen und so war dieses Jahr wirklich niemand dabei, der dieses Klischee erfüllte.

* Die Hauptsponsoren der Messe sind geblieben – ich gehe davon aus, dass sie trotz verhältnismäßig weniger Besucher guten Umsatz gemacht haben. Bei Make Up For Ever waren 2011 z.B. einige Produkte ausverkauft. So auch dieses Jahr. Einige Marken kamen dieses mal persönlich und nicht nur als „Ableger“ eines Fachgeschäfts, z.B. BeautySoClean.

* Man hatte stets die Möglichkeit sich lange und ausführlich zu unterhalten. Die Zeit war da, der Andrang nicht so groß, sodass man viel über Produkte und eine Marke in Erfahrung bringen konnte, insofern man es wollte.

* Mich hatten, wie auch Zaz, besonders die Begegnungen am Kevyn Aucoin und dem London Brush Company Stand enorm gefreut. Es waren in puncto Brands die Höhepunkte der Messe für mich.

* Aber wie bereits erwähnt, ebenso die Begegnung mit Julie von Beautyjagd sowie zahlreichen anderen Bloggern und YouTubern sowie vielen Zuschauern. Ich war total baff, wie oft ich angesprochen wurde, um ein Foto zu machen – sogar eine Zuschauerin aus Rom. KRASS! Ich fühlte mich richtig gebauchpinselt an dem Wochenende.

* Spätestens, als Billy B. herzlich zu seiner Präsi empfangen wurde und direkt auf mich zukam und ein Bussi-Bussi verpasste, war ich erweicht. Er erinnerte sich nicht nur vom kurzen Interview mit mir, sondern erinnerte sich daran, dass ich Blogger war. Das finde ich bemerkenswert. Ich sollte hier noch einmal stolz erwähnen, dass er mir vor einer Weile mir nichts, dir nichts auf die Facebook-Wall Grüße schrieb. Ob er nun ein guter oder überschätzter Makeup Artist ist, sei mal in den Raum gestellt. Aber er ist immerhin gefragt und bekannt, sodass mir das definitiv schmeichelte.

* Ich habe einige Produkte eingekauft, die ich euch gleich noch zeigen werde. Deutlich weniger als letztes Jahr, recht gezielt, aber ich glaube nicht, dass es billiger für mich war.

* Ich war überrascht, wie man dieses Jahr auf Blogger reagierte. Wo wir 2012 noch gefragt wurden, was das sei, warum wir so viele Fotos machen würden und all das in einem eher skeptischen Ton, empfing man uns förmlich mit offenen Armen. Dies fiel mir besonders bei MUFE auf.

Makeup Show Europe 2012

Werk von Josi van Kit für Hasso von Hugo Maskenbildnerschule

Negatives

* Die Messe erschien mir nicht wirklich voller als im Jahr zuvor. Wenn, dann waren es die zahlreichen Blogger und einige Journalisten sowie deren Gäste (es wurden viele Karten verlost). Das ist insofern traurig, dass es das Wachsen der Messe und die Bereitschaft der Aussteller wieder zu kommen (ist ja schweineteuer sowas) gewiss schmälert.

* Das Ganze drückte sich sichtlich auf die Stimmung. Ich weiß nicht, ob ich sensibler dafür war, als letztes Jahr, als mich alles total faszinierte (erste Beauty-Messe für mich) und man nichts vom „Leid“ der Aussteller wusste, oder ob sie wirklich enttäuschter waren als im Jahr zuvor. Hinzu kam, dass die Atmosphäre irgendwie kühl war und die Beleuchtung irgendwie mies. Viele Buden sahen sehr trist aus – einige Aussteller hatten eine viel zu große Fläche im Verhältnis zur ausgestellter Ware. Das hinterließ einen verlorenen Eindruck. Es ist kein Vergleich zum nahezu Prunk der Beauty oder jeden wertvollen Zentimeter auf der IMATS.

* Illamasqua brachte zum Beispiel nur die Skin Foundation mit und bewarb deren Pro-Rabatt-Programm. Darüber hinaus hatten sie eine Präsentation. Man sagte, man wolle schnuppern. Nun gut. Aber auch andere Marken repräsentierten sich nur und hatten nur einen Bruchteil ihrer Produkte dabei. Angesichts der mäßigen PR zur Veranstaltung kann ich es ihnen nicht verübeln.

* Einige Marken, die ich gern noch einmal gesehen hätte, blieben fern. So war die Anzahl der Aussteller sichtlich geschrumpft. Einerseits war eine kleinere Fläche mit Ständen besetzt, andererseits wurden größere Stände vermietet.

*Obwohl ich mich freute viele Gesichter zu sehen, mich nett zu unterhalten, hatte ich mir eigentlich vorgenommen mich auf die Messe zu konzentrieren, denn der Ausflug ist recht kostspielig ohne Sponsor. Andererseits waren wir so schnell „rum“, dass wir sogar am ersten Tag schon um 16 Uhr gingen, um noch in Berlin zu shoppen. Budget versprach nicht wirklich auf der Messe verbraucht zu werden. Gern hätte ich zudem die Aftershow Party miterlebt, die sollte aber Sonntag Abend stattfinden.

Makeup Show Europe 2012 - Illamasqua

Stand von Illamasqua + Bistrotisch mit der aktuellen Kollektion (unverkäuflich)

Fazit

Alles in allem bin ich eher enttäuscht als begeistert oder einfach zufrieden. Ich habe keine Ahnung von den Interna, aber man hat den Eindruck, man ruhe sich auf dem US-Ruf aus und bemühe sich wenig die Makeup Show Europe lukrativer zu machen. Das Einzige, was mich gerade reizt nächstes Jahr wieder hin zu fahren, ist die Neugier, ob sich etwas bessert. Sollte ich einen Sponsor finden, der die Reisekosten tragen wird, werde ich fahren. So jedoch ist es einfach zu teuer, auch wenn es sehr viel Spaß machte endlich wieder Zeit mit Zaz verbringen zu können.

Nun hörte ich, dass die IMATS auf den Sommer verlegt wurde, was einerseits schade ist, weil es noch so lange dauern wird, aber spitze ist angesichts dessen, dass es im Winter echt schlimm war. So kann man den Ausflug dahin mit einem Mini-Urlaub verbinden. Ist so gut wie gebucht.

Daher mein Tipp auch an alle, die nicht der Beauty-Branche angehören: spart für London. Für deutsche Makeup Artist, die gern Kontakte knöpfen möchten, Kit aufstocken wollen oder einfach diese Sparte in Deutschland stärken wollen, damit sie dauerhaft bleibt und wächst, sollten den Termin auch für 2013 einplanen.

Makeup Show Europe 2012

Was noch kommt

Ich habe wenige allgemeine Impressionen für euch, die die Bilder von Instagram inhaltlich toppen. Aber klar war es ziel Stoff für einige Posts mitzubringen und das habe ich geschafft. Ich werde wie auch im Vorjahr einige Marken ins Visier nehmen und einige Artikel zum Thema verfassen. Ihr findet sie dann alle unter dem Tag MSE12.

Makeup Show Europe 2012

z.B. Airbrush-AMu von KETT Makeup

PS: wer an der Spontanverlosung auf Instagram / Twitter mitmachte: gleich wird ausgelost. Danke für eure Geduld.

Autor

Mother of Pearl, Shimmer & Magimania
graublau | ∫∫∫ braun & fein | Ω sehr hell & gelblich | Sommertyp | leichte Mischhaut | Haardesaster

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10 Kommentare
  1. Danke für den übersichtlich gestalteten Post. Ich verstehe nicht ganz, warum sich Marken den teuren Stand leisten und dann nur wenig Produkte zeigen. Auch zum „Schnuppern“. Dürfte doch trotzdem lohnender sein eine große Palette zu zeigen, damit sich das amortisiert.

  2. Die Bodypaints sind ja mal genial und auch die Gesichtsprothesen. Wow. Ist bestimmt interessant auch mal ein bisschen mehr in Richtung Maskenbildner zu sehen. Schade aber dass es bei dir doch so einen negativen Beigeschmack hinterlassen hat.

  3. Ich finde die gezeigten Bilder doch sehr interessant und bin gespannt, was du uns noch präsentieren wirst 🙂

    Liebe Grüße
    Stefan aka SpeedTutorial

  4. Alles in allem klingt das für mich eher danach, als ob es nächstes Jahr keine Make Up Show mehr geben wird.
    Wenn schon allein dieses Jahr weniger Aussteller dort waren, kann man davon ausgehen, dass es nächstes Jahr so weiter geht…

    Ich wäre zu gern auch dort gewesen, aber vom Zeitpunkt her lagen die Messen bisher immer richtig blöd. Die Imats im Juni könnte zum ersten Mal ein Termin sein, bei dem ich auch hinfliegen könnte, nur wäre wieder das Problem, dass in der Haupturlaubszeit die Hotels unbezahlbar sein werden 🙁

  5. Da ich dieses Jahr einen etwas anderen Fokus hatte, hat sich die Messe für mich gelohnt! Ich habe Kontakte geknüpft,viele in der Beauty-und Fashionszene, habe mich mit vielen Menschen unterhalten und habe sehr gezielt für meine Arbeit und meine Abschlussprüfungen eingekauft!Ich kann allerdings komplett nachvollziehen, dass Blogger, die nicht in der Branche arbeiten sich Anderes und Größeres gewünscht hätten!
    Da ich auch als Blogger galt und nicht als Student, habe ich auch mitbekommen, wie freundlich alle waren, wenn es um Fotos ging und allgemein der Umgang mit Bloggern!
    Mich würde sehr interessieren wieviele Menschen dort waren und wie die zahlen allgemein aussahen, aber das bleibt wohl Interna…
    Auf Illamasqua hatte ich mich persönlich so gefreut und war sehr enttäuscht… Ja, jetzt bekomme ich Prozente beim Einkauf, angefasst habe ich aber trotzdem Nichts… 😕
    Ich kann für mich nur sagen, dass es sich für mich gelohnt hat, ich habe ziemlich viel geld gelassen, da ich ja aber das Glück habe nicht Anreisen zu müssen, kann ich verstehen, dass es für dich ein großer Aufwand und natürlich Kosten, auch wenn die hoffentlich auch ein wenig durch nette Gesellschaft aufgewertet wurden 😉

  6. Ich werde auch mit ein paar Freundinnen hier aus Schweden zur IMATS fahren. Wir haben keine andere Messe in Schweden, und ich habe endlich ein paar Mädels gefunden, die am Thema Makeup genau so viel Freude haben wie ich. Dafür lassen wir sogar das Mittsommerfest sausen 🙂

    Vielleicht sehen wir uns ja dort! Würde mich (als Alt-Bremerin) sehr freuen!

  7. Auf diesen Bericht hab ich gewartet :heart: Vielen Dank! Nach dem Wochenrückblog hatte ich schon befürchtet, dass es eher mäßig auf der Messe… Sehr sehr Schade… Dann werde ich doch mal auf eine London-Reise sparen 🙂

    Total schön finde ich, dass du von vielen Leuten erkannt wurdest :clap: Auch mal schön die Anerkennung in Person zu empfangen und nicht nur in den Kommentaren 😛

    • Es gab aber nicht nur nette Reaktionen. Jemandem habe ich offenbar so gar nicht gefallen, wenn man einem Kommentar unter dem Imstagram-Post Glauben schenken mag 😛

      Aber alles in allem hat es mich schon sehr umgehauen, wie lieb die Leute auf einen zukommen und wie begeistert sie sind. Sowas ist natürlich total befremdlich. Malt man sich ja nicht aus.

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