GS1 Cosmetics Conference Marktanalyse

Ich muss sagen, ich horche bei Nachrichten besonders hin, wenn Analysen der Wirtschaftslage auf die bespielhaften Zahlen der Kosmetikindustrie hinweisen und habe stets ein klein wenig Glanz in den Augen dazu minimalst beigetragen zu haben, denn ob nun Kosmetik- oder Autoindustrie: jeder hat eine Leidenschaft und jeglicher Konsum, so moralisch unnötig ist, so wichtig ist er für die Wirtschaft und die Arbeitsplätze. Also warum nicht… Nicht alles ist schlecht – auch nicht eine überdimensionale Lidschattensammlung oder ein Videokanal, der sich ausschließlich mit Schminke befasst. So, basta!

Daher dachte ich, ich zeige euch eine kleine Analyse zu diesem Thema, falls ihr bisher so etwas nicht recherchiert habt. Manchmal ist es ganz interessant da einen Blick hinein zu werfen:

GS1 Cosmetics Conference – Marktanalyse



Bei der GS1 Cosmetics Conference am 1.10.2009 in Köln referierte Thomas Bachl
(GfK Panel Services Deutschland) über „Shopper-Verhalten in der Kosmetik – welche Rolle spielen Einkaufsstätten und Markentreue?“. beautypress war für Sie vor Ort und fasst die wichtigsten Informationen der Veranstaltung zusammen.


Kosmetikmarkt 2004-2009: Starkes Wachstum


Seit 2004 zeichnete sich ein deutliches Wachstum von 20,7 % ab, bei den Anti-Aging-Produkten waren es sogar 57% Zuwachs. Noch besser sehen die Zahlen nur bei Naturkosmetik und Männerkosmetik aus: 112% bzw. 181% Zuwachs in fünf Jahren! Auch wenn bei den Herren der Schöpfung noch immer erheblicher Nachholbedarf besteht: 33% verwenden keinen Duft, 90% kommen ganz ohne Pflegeprodukte aus. Die Produkte der Zielgruppe 55+, der so genannten Best Ager, verzeichneten in den letzten fünf Jahren ein Umsatzplus von 28%.


Nicht nur in Drogeriemärkten und Parfümerien ist der Wunsch nach Schönheit bemerkbar, auch die Fitness-Studios verzeichneten einen Anstieg von 12%


Der durchschnittliche deutsche Beauty-Konsument gibt ca. 15 Mal pro Jahr Geld
für Körperpflege und Kosmetik aus, die er hauptsächlich im Drogeriemarkt einkauft, gefolgt vom Discounter, den SB-Warenhäusern, dem Lebensmitteleinzelhandel und schließlich dem Fachhandel.

2009 – Krise wirkt sich auch auf den Kosmetikmarkt aus


Das Wirtschaftswachstum im ersten Halbjahr 2009 ging um 6,4% zurück. Aufgrund der Wirtschaftskrise wird in Deutschland insgesamt deutlich weniger ausgegeben. Bei Gütern des täglichen Bedarfs sparen die Verbraucher 5,5%, bei persönlichen Bedarfsgegenständen 24,8%. Größere Anschaffungen werden sich 41,5% der Befragten in nächster Zeit nicht leisten können.


Laut einer Nielsen-Umfrage sagen 27% aller Deutschen, sie können sich fast nichts mehr leisten (2000 sagten dies noch 19%). „Im Großen und Ganzen zurecht“ kommen 46%, und immer noch alles leisten können sich 27% der Deutschen. Man geht davon aus, dass 21% aller deutschen Haushalte von der Krise betroffen sind, 33% gelten als krisengefährdet und 46% aller Haushalte sind krisenresistent. Krisengefährdete Haushalte achten beim Einkaufen nur zu 28% auf die Qualität und zu 72% auf den Preis, bei den krisenresistenten Haushalten geht die Qualität mit 55% wichtiger, aber auch hier gehen 45% nach dem Preis.


 Discounter auf dem aufsteigenden Ast


 Im Vergleich zu 1999 stieg der Anteil der verkauften Premium-Marken im Gesamtkosmetik-Segment von 11,8 auf 14,8%, der Anteil der Marktführer ging um 1,2% auf 15 % zurück. Der größte Verlierer sind die „Mitte-Marken“, deren Anteil von 54,3% auf 33,5% sank. Der Rest des Umsatzes wird von den Discounter- und Handelsmarken gemacht, deren Anteil immer weiter steigt. So zeichnete sich bei den Discountern in den letzten fünf Jahren ein Wachstum von 79% ab.


Aufgrund der Krise ist das Preisniveau zum Vergleich mit dem Vorjahr um 4,4% gesunken. Dies wird durch zahlreiche Preis- und Rabatt-Aktionen deutlich. Die Kosmetik-Durchschnittsausgaben pro Kopf betragen laut Bachl in krisenbetroffenen Haushalten 73 €, in krisengefährdeten Haushalten 81 € und bei den krisenresistenten Einwohnern 91€ .


Übrigens: Die Hälfte aller Kosmetik-Einkäufe ist nicht geplant. Spontane Pflegeund Hygiene-Artikel-Einkäufe machen also die Hälfte dieser Ausgaben aus.


Quelle für alle Zahlen: GfK ConsumerScan 35.000 Individual 2008

5 Kommentare
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  1. Wow und unsereins entspricht aml wieder nciht dem "Durchschnitt" 😀

    die ausgaben,die am ende erwähnt werden,beziehen sich auf die jährlcihen,monatlichen oder die ausgaben bei einem einkauf?

  2. Jährlich *schäm*

  3. Aber das find ich wahnsinnig wenig. Selbst ohne "dekorative Kosmetik" verbraucht ein Haushalt (!) mit, sagen wir mal vier Personen doch so einiges an Shampoo, Spülung, etc. bis hin zu Gesichtspflege. Und die Zeit, in der alle nur die blaue Dose benutzt haben, ist auch vorbei. mh.

  4. Aber die Ausgaben sind ja pro Kopf angegeben. Ich komme mit nem Shampoo mehrere Monate aus. Ich finde das relativ realistisch, wenn ich zum Beispiel meine Mama betrachte. Die gibt sicher weniger aus. Ich helfe ihr dann den Durchschnitt zu erreichen. Und wenn ich zum Beispiel Stiefpapa bedenke: der wird mit 10€ im Jahr auskommen *lol*

  5. Ah, ja, jetzt hab ich noch mal genau gelesen. dann ist es vielleicht realistischer. Und trotzdem toppt man es, wenn man sich mal ein parfum gönnt, ziemlich schnell.
    bei mir reicht ein shampoo einen monat, aber ich habe auch sehr viel längere haare. 😉

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