Günstige vs. teure Naturkosmetik: Zehn mögliche Unterschiede

Wieso kostet eine zertifizierte Creme 30 Euro – eine andere mit dem gleichen Siegel zwei Euro? Hier meine Gedanken zu den Unterschieden, ich freue mich aber, wenn Ihr noch weitere Hinweise habt:

1. Unterschiedlich teure Rohstoffe: Der Preis von Rohstoffen richtet sich u.a. danach, ob viel dafür für die Kosmetikherstellung angebaut werden kann, wie sich die Gewinnung der Inhaltsstoffe gestaltet und wie aufwändig die Aufbereitung ist.
Ein schönes Beispiel ist hierzu das Thema „Wildrose“. Pflegeserien mit Wildrose findet Ihr bei günstigen und teuren Marken. Echtes Rosenöl ist ein sehr kostenintensiver Rohstoff. Die aufwändigste Gewinnung ist die durch die Destillation. Günstiger als das Öl sind Rosenextrakte. Noch günstiger ist wiederum Rosenblütenwasser. Am Ende der Preisskala befindet sich das Hagebuttensamenöl. Hagebutten sind die roten Früchte der Wildrose und haben nichts mit den Rosenblüten zu tun. Egal also, ob ein Produkt das luxuriöse Öl der Rosenblüten beinhaltet oder einfach das Hagebuttenöl genommen wird, auf ihm kann in beiden Fällen „Wildrose“ stehen.

2. Die gleichen Rohstoffe besitzen eine unterschiedliche Güte: Bleiben wir bei den Ölen. Um diese zu gewinnen, gibt es mehrere Pressungen. Das Öl der ersten Pressung ist hochwertiger und teurer als das der zweiten Pressung.

3. Das Verhältnis der Rohstoffe zueinander: Produkte mit höherem Wasseranteil sind kostengünstiger herzustellen als andere.

4. Trotz des gleichen Siegels können Produkte einen unterschiedlichen Anteil an Inhaltsstoffen aus kontrolliert biologischem Anbau haben. Dies schlägt sich natürlich auch im Einkaufspreis nieder.

5. Gerade Handels-/Eigenmarken lassen die Produkte günstiger bei Lohnherstellern fertigen: Dies sind Unternehmen, die für unterschiedliche Auftraggeber Kosmetika produzieren. D.h. solch eine Firma verdient ihr Geld mit Naturkosmetik, aber auch mit konventioneller Kosmetik. Dieses Netzwerk kann man als Verbraucher nicht wirklich aufdecken, es sind nur vereinzelte Beziehungen bekannt.

6. Wie bei allen anderen Produkten gilt auch bei Naturkosmetik: Nicht immer machen die Rohstoffe und die Herstellung den größten Teil der Kosten aus – nein, andere Ausgaben wie Werbung oder Forschung sind ein großer Faktor. Eigenmarken von Drogerieketten schalten in der Regel wenig bis keine Werbung, das senkt die Kosten.

7. Dann: Und das ist eigentlich nur meine Vermutung, da es darüber keine Daten gibt: Ich gehe auch davon aus, dass die Entwicklungsabteilungen von günstigen Marken eher klein ausfallen dürfen. Damit wahrscheinlich auch die Innovationskraft, aber auch die Kosten.

8. Ein anderer Posten: Wie aufwändig ist die Verpackung gestaltet, gibt es Beilagen und/oder Broschüren?

9. Mit steigender Stückzahl sinken die Kosten pro Stück: Kleine, unabhängige Firmen können keinen Stückpreis anbieten wie Unternehmen, die ohne große Marketingausgaben hunderte Filialen von Drogeriemärkten bestücken können.

10. Wie auch bei der konventionellen Kosmetik gilt: Teilweise kauft man nicht nur das Produkt, sondern auch das Image dessen. Auch bestimmte Naturkosmetiklinien werden als Luxusprodukte vermarktet, dies gilt in meinen Augen besonders für bestimmte Anti-Aging-Produkte, da hier wohl kaufkräftige Kunden angesprochen werden sollen.

Sind diese Kriterien für Euch relevant?

Ich muss sagen, dass ich sowohl günstigere als auch mittelpreisige Naturkosmetik, wie z.B. Weleda verwende. Ob mich manche NK-Produkte enttäuscht haben, weil sie günstigere Rohstoffe verwendet haben, ist mir persönlich noch nicht aufgefallen. Das Beispiel mit den Wildrosen fand ich aber sehr einleuchtend – auch NK-Hersteller sind natürlich gewinnorientierte Unternehmen. ;o)

Autor

Seit 2010 Teil der Samstagsschicht und eher die Otto-Normalverbraucherin hier. 1981 geboren; trockene, meist unkomplizierte Haut. Sehr heller Teint. Faible für duochromen Lidschatten, Eyeliner und nicht-dezente Mascara.

  1. Ich benutze sowohl mittelpreisige als auch günstige NK-Produkte und sehe auch nicht wirklich nen relevanten Unterschied..einzig wenn's in die wirklich hochpreise Richtung geht,muss ich sagen das ich da schon was bemerke.

  2. Ich benutze hauptsächlich Alverde und bin mit dehnen super zufrieden. Habe mal von meiner Mutter teurere Naturkosmetik geschenkt bekommen und habe schon einen Unterschied bemerkt, aber ich bleibe immernoch bei Alverde (:

  3. Ich benutze viel Kosmetik und nicht nur Naturkosmetik. Ich bemerke schon Unterschiede zwischen "billig" und "teuer", manchmal sind sie klein, manchmal groß, und manchmal vertrag ich bestimmte Sachen einfach nicht. Aber für mich ist "teuer" nicht gleich besser als "billig". solange das Ergebnis stimmt, darf es gerne billig sein ^^ Nur weil es teuer ist, heißt es nicht, dass es die gewünschten Ergebniss erzielt. Jedes Produkt bgeinnt bei 0 ^^
    Hoffe dass der Kommentar nicht irgendwie zu lang ist ^^' Liebe Grüße 🙂

  4. Ich benutze auch NK-Produkte in verschiedenen Preisklassen. Allerdings konnte ich bisher kaum einen Unterschied feststellen ^^"

  5. Ich benutze gerne mittelpreisige NK. Also Weleda und Dr. Scheller und Lavera. Alverde ist mir irgendwie immer zu parfümiert.
    Ich habe mal im Fernsehen gesehen, wie dieses "Reine Rosenöl" von Weleda hergestellt wird. Das war seeeehr toll mit all den Rosenblättern! 🙂

  6. @ ALL
    Vielen Dank für Euer Feedback!

    An alle, die einen Unterschied zwischen günstiger und teurer NK gemacht haben, würde mich wirklich interessieren, wo ihr die Unterschiede festmacht??? Geruch? Pflegewirkung?

    @ Natascha
    Das hört sich wirklich toll an, die Vorstellung hat auch irgendwie etwas Sinnliches *americanbeautymäßig*

  7. Also ich benutze hauptsächlich Alverde und Yves Rocher, die ja eher im billigen Segment liegt… manchmal leiste ich mir aber was von Dr. Hauschka, aber einen wirklichen Qualitätsunterschied kann ich nicht feststellen.

    Ich denke, bei den teureren Firmen bezahlt man ebenso auch zu einem großen Anteil den Markennamen mit.

  8. Bislang habe ich eher Unterschiede im Bezug auf die Verträglichkeit der Inhaltsstoffe feststellen können. Alverde-Cremes lösten bei mir furchtbare Unterlagerungen und Unreinheiten aus, bei Weleda war das nicht ganz so extrem und bei Lavera Neutral traten sie fast gar nicht mehr auf. Genauso war es mit den Shampoos. Bei Alverde reagierte meine Kopfhaut mit Schuppen und Brennen, Logona vertrage ich sehr gut.

    Aber wie gesagt, es kann bei den Cremes am enthaltenen bzw. nicht-enthaltenen Alkohol bzw. komedogenen Inhaltsstoffen gelegen haben und bei den Shampoos an den Tensiden.

  9. Also ich benutze, wenn dann sowieso am liebsten Naturkosmetik und da sind meine Favoriten Dr. Hauschka und Annemarie Börlind. Alverde habe ich bisher nur die Augentrost getestet, da ist mir zu viel Alkohol (also in anderen Produkten) enthalten, da weiß ich ohne es getetstet zu haben, dass ich es eher nicht vertragen werde.

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