Antioxidantien: Wirkungsweise & Unterschiede

Wie wirken Antioxidantien in der Hautpflege und braucht man sie notwendigerweise als Teil einer Anti-Aging-Routine? Welche Unterschiede gibt es und sind gute AOX automatisch teuer?

Antioxidantien (AOX) sind in nahezu jedem Hautpflegeprodukt enthalten – mindestens um die Formulierung selbst vor dem Ranzigwerden zu schützen. Doch natürlich spielen AOX in Skincare auch für die Hautpflege eine Rolle. Über ihren Stellenwert, die Unterschiede und wie man sie in der Praxis sinnvoll einsetzt, sprechen wir in unserem Dirty Beauty Talk – dem ersten einer Serie zum Thema Antioxidantien.

Warum Antioxidantien?

Wie ihr Name bereits verrät verhindern Antioxidantien eine chemische Reaktion: die Oxidation von Molekülen durch freue Radikale. Unter andem lebensnotwendige Stoffe verändern sich zu neu zusammengesetzten Stoffen und können ihre ursprüngliche Aufgabe nicht mehr erfüllen. Werden Körperzellen angegriffen, mutieren sie schlimmstenfalls zu Tumoren oder Krebs.

Die Gefahr durch freie Radikale kennt man vom Ozonloch: eine Kettenreaktion mit fatalen Folgen, die durch Freisetzung von mittlerweile verboteten Gasen aus Kühlschränken oder Druckdosen in Gang gebraucht wurde.

Die für unseren Organismus gefährlichen freien Radikale kann man nicht „mal eben verbieten“: Sonnenstrahlung, Abgase, Zigaretten tragen wesentlich zum oxidativen Stress im Körper bei. So viel davon zu neutralisieren, wie nur möglich, ist daher mehr als nur eine Frage von Anti-Aging. Insbesondere eine antioxidantienreiche Ernährung trägt auch zum Schutz des gesamten Organismus bei inklusive der Haut. Allerdings muss man die Kapazitäten mit anderen Organen teilen.

Für Anti-Aging und Akne sollte man AOX auch in seine Hautpflegeroutine integrieren.
Hier gilt durchaus MEHR IST MEHR.

Antioxidantien in der Hautpflege

Anders als aktive Wirkstoffe, die Haut zum Positiven verändern können wie beispielsweise Retinol oder Vitamin C, wirken Antioxidantien primär präventiv. Sie schützen die Zellen vor den Folgen von oxidativem Stress. Sie „opfern“ sich, damit freie Radikale ihnen ein Elektron rauben und nicht uns.

Wie erfolgreich antioxidativ ein kosmetischer Inhaltsstoff wirkt, ist dabei sehr unterschiedlich. Sowohl das Potenzial, also wie stark sie schützen, als auch wogegen, ist von Stoff zu Stoff verschieden. Ein universelles Antioxidans, auf das man exklusiv setzen kann, gibt es nicht.

Wasserlösliche vs. öllösliche Antioxidantien

Einen wesentlichen Unterschied bei der Wirksamkeit macht die Löslichkeit der gewählten AOX.

Fettlösliche Antioxidantien wie Vitamin E können aufgrund der Beschaffenheit unserer Haut tiefer in das Gewebe eindringen und hier „Stellung halten“ und beispielsweise das Sebum am Oxidieren, dem Ranzigwerden, hindern. Konsequenz: weniger oder harmlosere Pickel!

Wasserlösliche Antioxidantien wie Vitamin C schützen in den oberen Schichten der Haut effektiv, wenn sie tief eindringen helfen sie jedoch vor allem das Kollagen und die Hyaluronsäure zu schützen.

Beispiele für AOX unterschiedlicher Löslichkeiten

Wenn vorhanden, Produkte mit jeweiligen INCI verlinkt.

wasserlösliche Antioxidantienöllösliche Antioxidantien
tendeziell empfindlicher, schnell aufbrauchenbesonders bei Akne, Pickeln, Mitessern interessant
Ascorbic Acid » Vitamin C + DerivateTocopherol » Vitamin E + Derivate
Epigallocatechine Gallate (EGCG) » Grünteeisolat Retinol » Vitamin A + Derivate
Camellia Sinensis Leaf Extract » Grünteeextrakt
(schwächer als Isolat)
Ferulic Acid » Ferulasäure
Gluconolactone » PolyhydroxysäureUbiquinone » Coenzym Q10
Glutathione » TripeptidAsthaxantin + Beta-Carotene » Carotinoide
Uric Acid » HarnsäureGenistein » Isoflavon
Thioctic Acid » Alpha Liponsäure
in Tonern, Sprays und Emulsionenin Ölen oder Emulsionen

Antioxidantien kombinieren

Skincare mit Antioxidantien kann keine Falten rückgängig machen. Allerdings sind viele Antioxidatien Multitasking-Wirkstoffe, die beides können. Es macht daher Sinn, gezielt nach Produkten mit AOX Ausschau zu halten, die vor allem diese enthalten.

Nächste Woche: Top 5 Antioxidantien!

Natürlich ist jeder weitere antioxidativ wirksame Inhaltsstoff willkommen, man sollte aber nicht notwendigerweise Budget für exotisch klingende INCI abknapsen oder ihnen den Vorzug vor bewährten AOX geben.

Vitamin C in Reinform ist mit seiner kollagenanregenden und aufhellenden Wirkung sicherlich ein Paradebeispiel, insofern man es verträgt. Aufgrund seiner Vielseitigkeit werden wir auf diesen Inhaltsstoff diesen Monat aber noch einmal gesondert zu sprechen kommen.

Am besten fährt man jedoch, indem man viele unterschiedliche Antioxidantien integriert – sowohl in puncto der Löslichkeit, als auch aus unterschiedlichen Quellen. Die Qualität schlägt auch hier Quantität: Vielfalt statt hohe Konzentrationen. So sorgt man für einen Synergie-Effekt, der die Schutzleistung und die Stabilität verbessert.

Antioxidantien in der Skincare-Routine

Morgens direkt auf die gereinigte Haut geben und mit Sonnenschutz abschließen – das ist das A&O(X). Zusätzlich abends angewendet schaden Antioxidantien sicherlich nicht, erfüllen hier jedoch nur einen Bruchteil ihres Potenzials. Kombiniert man wasser- und fettlösliche Antioxidantien können sie direkt auf die Haut aufgetragen unterschiedlich tief in der Haut Stellung halten. Im Finish, z.B. als Spray über dem Make-up, sind sie zwar nicht nutzlos, sollten aber auch nur als Ergänzung betrachtet werden, um auf allen Linien freie Radikale abzufangen.

Fazit

Antioxidantien ersetzen keine aktiven Wirkstoffe, bieten sich aber als sinnvolle Ergänzung in jeder Hautpflegeroutine an. Die automatisch damit einhergehende entzündungshemmende Wirkung hemmt Irritation jedweder Quelle und boostet positive Einflüsse anderer Inhaltsstoffe. Ergänzend dazu viel grünen Tee hat auch Agata uns schon empfohlen.

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