Alter Lack trocknet nicht – warum und was tut ihr dagegen?

Kümmerkasten: Frage 54

Eine etwas spezielle Frage, aber die Hoffnung stirbt zuletzt, dass ihr einmal wieder Antworten oder Hilfestellung habt. Mercury möchte wissen:

Ich habe viele Nagellacke, auch viele alte Nagellacke. 

Dabei habe ich beobachtet, dass das Alter der Lacke gerne mit ihrer Trocknungszeit korreliert, dasheißt, der ältere Lack braucht länger zum trocknen als der jüngere Lack. Manch ein alter Lack trocknet auch gar nicht mehr.

Das Prinzip des Trocknens von Nagellacken ist das Abdampfen von Lösemitteln, wobei dann ein Rückstand der übrigen harzähnlichen Stoffe bleibt. Aber warum wird der Rückstand in einem alten Lack nicht mehr fest? Verändert sich der alte Lack? Polymerisiert er? Was entsteht daraus? Und jetzt die entscheidende Frage, denn viele alte Lacke werden nicht mehr hergestellt: Wie mache ich das rückgängig und den Lack wieder brauchbar?

Ich für meinen Teil habe keinen blassen Schimmer, daher erspare ich unnötiges Spekulieren meinerseits. Ich kenne das Phänomen nur bedingt, da ich ja noch gar nicht sooo lange lackiere und wenige „wirklich“ alte Lacke habe. Aber ich habe tatsächlich ein Exemplar, das mich nervte. Ich hakte es bisher ab, aber vielleicht gibt es ja doch einen Trick zur Wiederbelebung. Nagellackverdünner klingt ja eher falsch, da es nicht zwangsläufig feste Konsistenz ist.

Ich bin gespannt, was ihr zu berichten habt und bedanke mich im Voraus für konstruktive Beiträge.

Kommentare

35 Kommentare
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  1. Nagellackentferner rein 🙂

    • bei mir funktioniert es 🙂

    • Das mache ich auch immer. Ein paar Tropfen Nagellackentferner rein und dann reichts wieder für ein bis zwei mal. aber mehr als 4-5 mal geht das auch nicht, weil der Lack dann einfach auch gar nicht mehr trocknet und glanzlos wird etc. Keine Ahnung warum, ist mir auch egal. Dinge die (bedingt) funktioniert sollte man in solchen Fällen nicht hinterfragen und einfach glücklich sein 😀

      • nagellackentferner ist irgendwie so ein Phänomena bei dem ich mich immer noch frage welcher hunz und kunz das in die welt setzte. das zerstört den lack doch komplett, die qualität wird damit komplett zerstört – nicht immer alles glauben was scheinbar als so wunderbar geschrieen wird :).
        inzwischen gibt es extra nagellackverdünner, die das alles wieder in gang bringen.
        evtl. würde ich in so einem fall sogar mal schnelltrockner in betracht ziehen. dünne schicht des lacks, schnelltrockner, wieder dünne schicht des lacks.
        wenn es einem diese arbeit wert ist. ^^.. ist eben nur ein lack 🙂

    • Na dann ist der Lack wohl ganz ab 😀

    • Löst sich der Lack dann nicht auf? =D

  2. Sie hat’s doch schon fast selbst erklärt. In jedem Nagellack sind Lösemittel, wenn diese verdampfen, dann bleibt der uns bekannte Lack zurück. Mit dem Alter (und bei häufiger Benutzung geht das mit dem Altern recht schnell) verdampfen diese Lösemittel oder oxidieren oder reagieren sonstwie mit ihrer Umwelt. Folglich sind die Lösemittel, die sich sonst einfach verflüchtigen, in der Form gar nicht mehr existent, wie soll der Lack da fest werden?
    Aceton (oder halt die acetonfreie Variante) sind folglich die besten Mittel, diesen Lack wieder zu seinem Ursprungsverhalten zu bringen!

    • Lustig, daß diese Frage heute kommt, denn just gestern hab ich im Nagelstudio eine Diskussion über genau dieses Thema mit verfolgt. Meine Tischnachbarin dort hatte nämlich das gleiche Problem, und die Nageltanten haben alle wie aus der Pistole geschossen auch gleich gesagt – Nagellackentferner. Ich dachte mir zunächst auch, das klingt ja total paradox, und auf Nachfrage erklärte die Chefin persönlich dann auch irgendwas von verdampfenden Lösungsmitteln. Und ich denk, die müßten sich da schon auskennen, und keinen Schmarrn erzählen, oder?! Also probier das doch mal, vielleicht klappts ja. Mußt ja nicht grad mit Deinem Lieblingslack anfangen…

    • Es geht ja nicht ums zäh werden sondern um das „es trocknet nicht mehr“ das erklärt sie nicht, oder irr ich mich jetzt?

    • Hm, hört sich für mich nicht all zu logisch an, da ja das Lösemittel für’s Weichsein sorgt, somit das Aushärten eigentlich stört. Aber muss ja nix heißen.

      Ich würde fast eher sagen, dass Lösemittel und Lake vielleicht reagieren und eine die neue Verbingung eben nicht aushärten mag.

  3. Ich hab das gleiche Problem mit einem alten P2 Lack der aber auch zah geworden ist. Ich hab auch schon unglaublich viel Lackverdünner dazu gegeben. Bringt leider alles nichts.

    Wenn es keine Farbe ist wo mein Herz dran hängt kommt der weg…aber diesen einen von P2 behalte ich um immer wieder nach der selben Farbe zu suchen :shame:

    • Da les ich ja auch grad Lackverdünner 😀
      Hmmm .. bei dir hats nichts gebracht? Also ich habs jetzt schon 2x angewendet und eigentlich sind die beiden Lacke wieder fast wie neu – vl nur ein wenig flüssiger als vorher.

  4. nagellack rein kenne ich bei alten angetrockneten lacken. dass das auch hilft bei lacken die nicht mehr trocknen ist für mich schon etwas widersprüchlich aber ein versuch wäre es ja wert.

  5. Lackverdünner statt Nagellackentferner verwenden (der is zuuu aggressiv und zerstört auf Dauer die Struktur des Lackes).

    Hab auch schon gehört, dass ANGEBLICH die Aufbewahrung der Lacke im Kühlschrank (Kühlschranktür) dafür sorgen soll, dass der Lack länger haltbar bleibt ?:-) .. ich selbst kanns nicht bestätigen, da ich meine Lacke sicherlich nicht im Kühlschrank stehen haben will *lach*
    Hat damit jemand Erfahrung gemacht!? Denn eigentlich heißt es ja, dass man die Lacke bei Raumtemperatur aufbewahren soll? Scheiden sich da die Geister?

    • Da scheiden sich die Geister.

      Denn eigentlich schadet der krasse Temperaturwechsel mehr wenn du ihn dann zum Nutzen rausnimmst…das ist ein Argument und das glaub ich.

      Ich bin da eher für trocken und lichgeschützt bei Zimmertemperatur aufbewahren

  6. Nagellackverdünner rein. ^^

    • Erprobt oder geraten? Wurden nicht mehr durchtrocknende Lacke dann mit Verdünner auf einmal doch hart?

      • Ich glaube kaum einer hat nicht mehr trocknende Lacke udn es geht scheinbar NUR noch um zähe Lacke :-/

        • Ich assoziierte schlecht trocknenden Lack auch eher mit zäher Konsistenz. Die Lacke, die ich hatte, die nicht trocknen wollten, haben alle beim Auftragen Fäden gezogen und konnten nicht dünn aufgetragen werden, so dass ne reelle Chance zum Durchhärten besteht.
          Eine phänomenale Ausnahme bilden die alten Essielacke, die sind total dünnflüssig und trocknen trotzdem nicht und haben mich somit belehrt, dass auch dünner Lack schlecht trocknen kann :pain: Sogar mit ewigen Trockenzeiten und schnell aushärtendem Überlack kann ich mir später beim händewaschen den Lack in Fitzelchen von den Nägeln schubsen.
          Die zähen, „ausgetrockneten“ Dinger hab ich irgendwann alle weggetan, waren nicht so viele, ich bin nicht der Typ Chemikerin und es ist ja nicht so, dass ich nicht noch genug funktionierende Lacke dahätte. Aber bei den Essies hab ich Hemmungen, die hatten damals noch den alten, hohen Preis. Man sieht, ich fühle mich bei dieser Kümmerkasten-Frage sehr betroffen, aber kann nix Konstruktiives beisteuern 😀

  7. Also ich weiß nicht wie konstruktiv das jetzt werden wird… aber bisher hats keiner geschrieben… (ich gehe hier ganz „blauäugig“ an die Sache ran, weil ich bisher keine all zu alten Lacke habe)

    Hilft da vielleuicht ein schnelltrocknender Top Coat?? Weil auf Good to Go! steht drauf, dass er ach die unteren Schichten schnell trocknen lässt…

  8. Ich kenn das Phänomen, das alte Lacke mit der Zeit immer schwerer zu verarbeiten sind. Nach vielen Jahren ziehen einige dann doch gerne Fäden und trocknen schlecht.

    Bisher habe ich es darauf geschoben, dass die Lösemittel sich mit der Zeit verflüchtigen und habe Ethylacetat tropfenweise zugesetzt, allerdings nicht als Nagellackentferner, sonders als Reinsubstanzen aus dem Laborbedarf, ohne die störenden Zusatzstoffe (wie Parfum) im Nagellackentferner. Soweit ich mir das angesehen habe, bestehen die Nagellackverdünner, die ja angeblich so viel besser für die Lacke sind, eben auch hauptsächlich aus Ethylacetat, Isopropanol und Butylacetat.
    Ich habe deswegen da bisher kein Geld für ausgegeben.

    Einige Lacke konnte ich mit Ethylacetat pur reanimieren und wieder besser verwenden, aber wie neu werden sie damit nicht und ich habe auch das Gefühl, dass der Effekt nicht lange anhält. Ich habe alle alten Lacke irgendwann entsorgt, weil ich da auch fast nur Standartfarben (einfach schwarz z.B.) besaß, wo neu kaufen definitiv einfacher war!

    Helle Lacke habe ich auch schon mit einem 0815 Topcoat wieder fit gekriegt, allerdings mache ich das bei dunklen nicht, weil mir das die Pigmentierung zu sehr verdünnt.

    Jetzt wirds spekulativer:
    Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass die Pigmente im Lack wirklich „ausharzen“ oder „polymerisieren“, was ich dagegen eher glaube, das Nagellacke nach vielen Jahren immer mehr an Wasser „ziehen“. Das ist eine Erfahrung, die ich auch durchaus schon im Labor mit meinen Proben (in Ethylacetat oder anderen Lösungsmitteln) gemacht habe, auch wenn es sich dabei nicht um Lacke/Farbstoffe handelt. Der Wassergehalt steigt einfach mit den Jahren durch Kondenswasser, Temperaturunterschiede und das Öffnen und schließen, so perfekt kann man zuhause fast gar nicht lagern, dass das nicht passiert. Das Lösungsmittel kann man ersetzen, aber das Wasser was drin ist, kriegt man im Nagellack nicht mehr raus, weil Ethylacetat ja immer eher verdampft als Wasser. Und ich glaube das sorgt für diese nicht mehr trocknende Konsistenz und das ist auch eben nicht mehr zu retten.

    • Was Du sagst, klingt sehr plausibel. Ich hatte bei solchen Lacken immer das Gefühl, das einfach das endgültige „aushärten“ der Harze und Polymere nicht mehr stattfindet, also ein wichtiger Reaktionsschritt nicht ablaufen kann :nerd: . Hygroskopie wäre auch eine gute Erklärung.

      Ich hatte das Problem bisher nur bei sehr alten (+15 Jahre) Lacken, bei Chanel verwende ich Seche Vite als Topcoat, dann härten sie wieder aus, bei Rubinstein hat das nicht funktioniert. Ich muß aber anmerken, das die Lacke nicht zäh waren, sondern nur nach Tagen immer noch etwas weich.

      Zähe Lacke verdünne ich immer mit Ethyl- und Butylacetat (2:1). Acetonfreier Nagellackentferner besteht zwar auch zum großen Teil aus Ethylacetat, enthält aber immer auch noch Alkohol, Öle, Parfüm und z.T. noch Wasser und Glycerin. Würde ich nicht in meinen Lack geben.

      Hoffe das hilft weiter.

      • Im Seche Restore ist Toluol. Irgendwie weiß ich aber nicht, ob das wirklich notwendig ist, die harten Geschütze aufzufahren. Ich werde deine Mischung Ethyl- und Butylacetat mal testen, danke für den Tipp.

        • Yep, Seche und das Toluol, das ist eine Sache für sich. Es ist z.Z. noch mein Standard-Topcoat, ich stehe dann halt auch bei -15 Grad am offenen Fenster beim lackieren.

          Wenn der Seche Vite aber leer ist, wollte ich mal einen Schnelltrockner ohne Toluol und Co. testen . Seche Vite war halt bisher der beste, d.h. trocknete am schnellsten.

        • mydarkersidejewel 17. März 2012 in 22:50

          Ist im Seche Vite auch Toluol? Für mich las es sich jetzt so, als sei das nur in dem „Restore“ also dem Nagellackverdünner ?:-)

        • Definitiv ist Toluol als LM im Seche Vite enthalten, der Geruch ist mehr als eindeutig.

        • mydarkersidejewel 18. März 2012 in 20:07

          Ah, ok. Wusste ich bisher nicht, weil ich den nicht besitze…

  9. :pain: Bloß keinen Nagellackentferner! Das macht den Nagellack kaputt!

    Von P2 gibt es Nagellackverdünner. Das non-plus-ultra soll aber der Seche Restore sein, Scrangie hat ihn mal vorgestellt:
    http://www.scrangie.com/2008/12/restoring-polish-quite-possibly-most.html
    (Bei ebay, nailsupplies/transdesign erhältlich.)

  10. Hast du’s schon mit Lackverdünner (z.B. von p2) versucht? Bei mir klappt das wunderbar.

  11. Eine Freundin hat mir den Tipp gegeben, die Lacke kalt zu stellen, dann soll die besser trocknen, wenn man sie aufträgt. Sie meinte, es klappt auch bei alten Lacken. Ich selber habe ich noch nicht probiert, aber wollte es demnächst mal machen…

  12. Also, dass alte Lacke nicht mehr trocknen, kenne ich weniger. Bei mir werden sie einfach zäh, dann trocknen sie vielleicht langsamer, weil man dazu neigt, eine dickere Schicht aufzutragen ?:-)

  13. Also die Frage hat mich neugierig gemacht und ich hab am WE ein kleines Experiment gestartet. Ich habe einen Nagellack von Manhattan, der ist mindestens 15 Jahre alt. Das war so eine LE, bei der die Lacke bei Schwarzlicht leuchten. Dieser Lack lässt sich auch Stunden nach dem Auftragen einfach von den Nägeln wischen so weich ist er mit der Zeit geworden. Ich hab´s bisher trotzdem nicht über´s Herz gebracht ihn einfach zu entsorgen (jaja die Erinnerungen …).

    Ich habe ihn am WE aufgetrage und den Essie good to go drübergepinselt. Und siehe da, es wurde eine wunderbar harte und sehr strapazierfähige Schicht. Bin total happy, dass ich den Lack wieder verwenden kann.

    Weitere Experimente mit „normalen“ Lacken kann ich leider nicht machen, da dies mein einziger so alter und weicher Lack ist.

    Aber probiert´s doch ruhig mal aus.

MAGIMANIA
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