Vitamin C

... ohne Probleme.

Pures Vitamin C geht mit Wasser- und Luftkontakt schnell kaputt. Derivate gewinnen an Beliebtheit.

Die effektivste Form des Vitamin C ist Ascorbinsäure, gleichzeitig auch die instabilste. Meist flüssig und in einer Pipette verkauft, halten die Produkte nach Anbruch nur wenige Monate. Nicht für jeden klappt das gut und wirklich niemand möchte ein Produkt vorzeitig wegschmeißen, wenn es ein Vermögen gekostet hat.

Ascorbinsäure hilft bei Hyperpigmentation, unterstützt sowohl die Kollagensynthese, als auch den Schutz vor UV-Strahlung (begleitend zur Sonnencreme!) und stärkt die Haut für Wundheilungen.

Vitamin C Absorption

Da sie sich gerne in Wasser löst, hat sie Schwierigkeiten zwischen den Lipiden der obersten Hautschicht durchzugleiten und die doppelte Lipidschicht der Zellen zu überwinden. Relativ hohe Konzentrationen (mind. 5%) sind notwendig, um eine vernünftige Menge in die Haut zu bekommen, die einen sichtbaren Unterschied machen.

Der Wunsch nach wirkenden Derivaten ist groß. Allerdings sollte der pH-Wert 3,5 nicht überschreiten, damit die Moleküle nicht ionisiert vorliegen und besser eindringen.

In Kombination mit hohen Konzentrationen ist Vitamin C sehr effektiv, kann aber für sensible Haut zu stark sein.

Ascorbyl Tetraisopalmitate und Tetrahexyldecyl Ascorbate

Die beiden sind die modernsten der weit verbreiteten Derivate. Amanda hat im März darauf aufmerksam gemacht, dass diese beiden Derivate nicht dieselben sind, weil die angehängten Fettsäuren unterschiedlich ausgerichtet sind.

Nach deren Benennung deutet Tetrahexyldecyl Ascorbate genau auf das andere Molekül hin, also habe ich sämtliche Supplier durchsucht. Kein einziges Mal habe ich die Strukturformel der ausgestreckten Fettsäuren gefunden, welche laut Amanda, die Struktur des Tetrahexyldecyl Ascorbates sein soll.

Hexyldecylsäure

 

Dafür wurden in dieser Studie nicht die Fettsäuren mit der Brücke in der Mitte, sondern die Folgende verwendet und dabei handelt es sich um Ascorbyl Tetraisopalmitate.

Isopalmitinsäure

Die Supplier, bei denen ich Strukturformeln finden konnte, verkaufen unter beiden Namen das gleiche Molekül, weshalb ich mir von diesen Nachrichten keine Sorgen darum mache, bei einem von beiden das falsche Derivat zu erhalten.

Vitamin C Derivat Absorption

Der erste Schritt zu einem guten Derivat, ist der Beweis, dass es in die Haut eindringt. Dem Vitamin C Molekül hängt man etwas an, wodurch es stabiler wird. In den Fällen des neuen Derivates sind es Fettsäuren. Wegen der Fettsäuren wird das Molekül fettlöslicher und dringt besser in die Haut ein. In der eben verlinkten Studie wird sogar bewiesen, dass das Vitamin C Derivat mit dem rechten Ende der Fettsäuren ebenfalls in die Haut gelangt.

Trotz der Unsicherheit, welche Molekülform wir wirklich erhalten: Beide dringen in die Haut ein!

 

Wird es zu Ascorbinsäure umgewandelt?

Im Prinzip der wichtigste Schritt und ja, das Derivat wird in der Haut zu Ascorbinsäure umgewandelt. Es reduziert dazu die Bildung von entzündungsfördernden Gewebe- und Peptidhormonen, weshalb es gut zum täglichen Sonnenschutz ergänzt werden kann.

 

Ab hier wird es aber schwammig. Es gibt keine direkten Vergleiche zur Ascorbinsäure und der Großteil der Informationen stammen von NIKKO Chemicals Co.

Ein Ergebnis einer Creme, die 10% Ascorbinsäure und 7% Tetrahexyldecyl Ascorbate enthält, zeigt sichtbare Verbesserungen der Haut. Wie hätten die Ergebnisse mit Tetrahexyldecyl Ascorbate allein ausgesehen?

Ähnliches bei Hyperpigmentierung. Das Vitamin C Derivat wird in einem Mix verschiedener aufhellender Inhaltsstoffe verwendet, aber es findet keine Kontrolle zum Placebo statt und es bleibt unklar welchen Anteil Tetrahexyldecyl Ascorbate ausmachte.

Dasselbe mit einem Mix verglichen mit Hydroquinone, dem Standard gegen Hyperpigmentierung. Enthalten ist Tetrahexyldecyl Ascorbate, wie effektiv es dadurch ist, bleibt unklar.

Tests vom Hersteller

In der Broschüre der NIKKOL Group zu Ascorbyl Tetraisopalmitate beginnt man mit den direkten Tests an betroffenen Zellen.

Die Testergebnisse sind positiv, der Realitätsbezug aber nicht gegeben. Direkt darauf folgt ein Test an Menschen mit einer 3% Creme über drei Wochen, einer 10% Creme über 16 Wochen und einer 2% Creme über 7 Wochen. Alle Tests zeigen sichtbare Verbesserungen.

Hinsichtlich der kollagenen Synthese, wurde das Derivat direkt den Kollagen-herstellenden Zellen beigesetzt und lässt sich nicht auf realen Gebrauch übertragen.

Dafür scheint die Penetrationsrate des Derivats gegenüber Ascorbinsäure deutlich höher zu sein. In den Fibroblasten befand sich laut Broschüre 10 bis 20 mal mehr aktives Vitamin C durch das Derivat, im Vergleich zur Ascorbinsäure.

IMG 4211

Tetrahexldecyl Ascorbate bzw. Ascorbyl Tetraisopalmitate ist ein vielversprechendes Derivat was aufgrund dessen, dass es tatsächlich tief in die Haut eindringt und dort in den Zellen zu purem Vitamin C umgewandelt wird, aktiv ist. Wie genau die Effekte ausfallen, können wir noch nicht sagen, solange man nicht auf die Ergebnisse der Manufaktur setzen möchte.

Eine gelungene, effektive Alternative, die stabiler ist und besser in die Haut eindringt. Keinen sauren pH-Wert benötigt, dafür aber noch nicht klar ist, wie sie im direkten Vergleich zur Ascorbinsäure abschneidet.

Student der Kosmetik- und Waschmittel-Technologie mit Faible für Inhaltsstoffe, die mehr als bloß eine romantische Geschichte erzählen können. Dabei durchaus experimentierfreudig!

19 Kommentare
  1. Reply
    Julia 29. Juli 2017 at 00:03

    Oha, das muss ich mir noch 2-3 mal durchlesen, um es wirklich zu verstehen 🙂
    Aber wie immer triffst du meinen Nerv. Heute habe ich beschlossen, Vit C wieder in meine Hautpflege zu integrieren (Mein Dermasence AHA plus C ist schon länger leer) und habe heut erstmal ein Satchel von dem neuen Clinique-pulver probiert.
    So in der Anwendung fand ich es toll, allerdings frage ich mich jetzt, inwieweit das wirklich Nutzen hat, da Ascorbic Acid. Dringt das also gar nicht tief genug ein? Wie ist Alternativ das The Ordinary, auch Ascorbic Acid, aber Wasserfreie Formulierung?
    Puh, ich glaub ich muss mich nochmal dringend einlesen 🙂
    Danke für den interessanten Post!

    • Reply
      Skinci 1. August 2017 at 15:26

      Hey Julia,

      das Pulver als Cleanser hat kaum einen bis gar keinen Nutzen. Für die Booster musst Du Dir überlegen, ob Du das viele Geld für die paar Anwendungen ausgeben möchtest. Ascorbinsäure dringt tief ein, aber man braucht sehr hohe Konzentrationen, damit der Osmotische Druck hoch genug ist und etwas von der Ascorbinsäure eindringt.
      Das The Ordinary Produkt funktioniert so, dass das aus der Haut verdampfende Wasser die Ascorbinsäure aus der Silikongrundlage löst und so die Säure in die Haut eindringt. Selbes Problem wieder: sehr hohe Konzentrationen und das Reizpotential durch den niedrigen pH Wert, der sich auf der Haut ergibt. Vorteil zu wässrigen Formulierungen: recht stabil.

      Danke für die sehr interessante Frage 😀

      • Reply
        Julia 1. August 2017 at 22:56

        Wow, danke für die Top Antwort! Jetzt ist das einiges verständlicher für mich 🙂
        So tief in die Chemie werde ich wohl nie wieder eindringen. Ich finde das wahnsinnig spannend, von wie vielen Faktoren ein funktionierendes Produkt abhängt.
        Den Booster hatte ich schon mal als Tester. Sehr interessante und kluge Verpackung, aber einfach zu teuer auf Dauer. Für mich auch zu umständlich.
        Dann teste ich jetzt erstmal das TO-Produkt, das steht nämlich zufällig schon im Schrank 😀
        Ich freu mich übrigens riesig, das du Agatas Reihe weiterführst!
        Liebe Grüße

        • Skinci 2. August 2017 at 13:18

          Danke Dir, das freut mich wirklich 😀

  2. Reply
    DLA 29. Juli 2017 at 09:04

    ich bin ja mal auf das von TO angekündigte 100% vitamin C pulver gespannt^^
    letztendlich würde ich ja auch jeden ermutigen, an sich selbst zu testen. nicht die werbeversprechen glauben. produkt mit wirksamer konzentration/formulierung suchen und einfach ausprobieren, was es mit der eigenen haut macht.
    ich selbst habe die beiden besprochenen derivate noch nicht an mir ausprobiert. ich bin noch eher bei MAP oder LAA.

    • Reply
      Skinci 1. August 2017 at 15:45

      Hoffentlich gibt es einen Mehrwert zu dem 100%igen Vitamin C Pulvern, die man sonst so kaufen kann.

  3. Reply
    Lu Na 30. Juli 2017 at 20:38

    Ich verwende mein Vitamin C Serum unheimlich gerne in Abwechslung zu meinem Vitamin B3 serum. Mein Hautbild hat sich ungemein verbessert.

  4. Reply
    Anja 31. Juli 2017 at 13:52

    Hallo Magi,
    ich habe auch Instagram deine Meldung mit der Urban Decay Palette / Verlosung gesehen. Leider kann ich hier auf deiner Seite gar nichts finden .. ?
    LG Anja

    • Reply
      Magi 1. August 2017 at 13:40

      Die Verlosung war nur für Instagram Follower ausschließlich über den dort geteilten Link erreichbar.

  5. Reply
    Elisabeth P. 31. Juli 2017 at 16:08

    Toller Artikel! Danke 🙂

  6. Reply
    nada 2. August 2017 at 10:52

    Super Artikel!
    Hättest du mehr Produktempfehlungen?
    Liebe Grüße

    • Reply
      Skinci 2. August 2017 at 13:22

      Das dunkelblaue Resist Serum von Paulas Choice und The Ordinarys Tetraisopalmitate Solution. Richtig Freude macht es aber auch, selber noch weitere Produkte zu entdecken 😀

      • Reply
        Nina 5. August 2017 at 13:25

        Weißt du/ sonst jemand, wie hoch der Vitamin C-Anteil im dunkelblauen Resist-Serum von Paula ist? 🙂

        • Skinci 7. August 2017 at 21:12

          Ich meine es sind 5%. Frag lieber nochmal beim Kundenservice nach.

      • Reply
        nada 2. August 2017 at 14:45

        Vielen Dank 🙂
        Ja, ich werde mich mal auf die Reise machen 🙂 lieben Gruß

  7. Reply
    Sandra 2. August 2017 at 17:27

    Danke!! Sehr informativ!! Werde mir auch das TO serum ansehen
    Glg sandra

  8. Reply
    Paul 5. August 2017 at 00:10

    Hallo,
    zwar ein wenig off topic, aber mich würde eure Meinung zur Eucerin Ultra Sensitive Creme interessieren:
    Inhaltsstoffe:
    Aqua, Squalane, Glycerin, Pentylene Glycol, Methylpropanediol, Tapioca Starch, Arginine HCL, Cetearyl Alcohol, 4-t-Butylcyclohexanol (Trans-Isomer), Ammonium Acryloyldimethyltaurate/VP Copolymer, Sodium Carbomer, Caprylyl Glycol

    Danke schon mal vorab für eure Rückmeldungen!

    • Reply
      Skinci 7. August 2017 at 21:12

      Ist eine sehr milde Creme, die nicht die Welt bewegt aber immerhin den beruhigenden Inhaltsstoff 4-t-Butylcyclohexanol enthält :p

  9. Reply
    sazia kazia 16. August 2017 at 14:57

    The Very informative article shared, Thanks for sharing………………….

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