Fleckenentferner

auch für organische Pigmente

„Deine Sommersprossen sind so süß“

– Ein Satz aus meiner Kindheit, der mir nicht sofort half, meine Sommersprossen leiden zu können. Mit der Zeit änderte sich das und während Sie schon deutlich heller sind als früher – Ich würde Sie vermissen, sollten sie komplett verblassen.

Nicht alle versöhnen sich mit ihren Pigmentflecken und vielleicht sind dieses Jahr auch schon neue dazu gekommen. In den Regalen der Kosmetikprodukte finden wir natürlich eine Reihe von Problemlösern. Damit uns die Wahl einfacher fällt, stelle ich heute ein paar passende Inhaltsstoffe und Ansätze für ein ebenmäßigeres Hautbild vor.


Schritte gegen Pigmentflecken
1. Die Tyrosinase, ein wichtiges Enzym bei der Entstehung vom Pigment Melanin, hemmen.
2. Die Melanosomen (Päckchen, in denen die Pigmente an die oberen Zellen gesendet werden.) in ihrem Transportweg behindern.
3. Angesammelte Pigmente und Zellen an der Hautoberfläche frühzeitig entfernen.

 

Der Goldene Standard

INCI: Hydroquinone
Hydrochinon ist das effektivste topische Mittel, dass wir verwenden können.
Die Aminosäure Tyrosin wird vom Enzym Tyrosinase zum Pigment der Haut (Melanin) umgewandelt. An dieser Stelle greift Hydrochinon ein und nimmt der Aminosäure den Platz weg, sodass kein Melanin produziert wird.
Immer dort, wo Hydrochinon also einen Platz am Enzym Tyrosinase belegt, kann kein Pigment gebildet werden. Das heißt die bestehenden Pigmente werden nicht entfernt, aber auf längere Sicht zeigen sich die Ergebnisse. Die Pigmente werden nichtmehr ausreichend „gefüttert“ und geben den Anschein, zu verblassen.
In der EU sind Kosmetika mit Hydrochinon für die Haut nicht erlaubt, da Hydrochinon zusätzlich Melanozyten (die Pigment-bildenden Zellen) zerstören kann.

 

Arbutin

INCI: Arbutin
Ein Hydrochinon-Abkömmling, das sich in unserer Haut umwandelt und Hydrochinon freisetzt. Es behindert sowohl die Entstehung der Pigmente (Melanin) als auch das Wachstum der Pigmentpäckchen (Melanosome).

 

Maulbeere und Bärentraube

INCI: Morus Alba (Mulberry) Root Extract und Arctostaphylos Uva Ursi Leaf Extract
Diese beiden Pflanzenextrakte werden mitunter als Alternative zum Standard genannt. Das Irritationspotential ist deutlich geringer und die Extrakte wirken, wie Hydrochinon auch, antioxidativ. Schlussendlich setzen diese Pflanzenextrakte aber auch Hydrochinon in der Haut frei.

 

Kojisäure

INCI: Kojic Acid oder Kojic Dipalmitate
Entstammt dem Koji Pilz aus Japan und hemmt ebenfalls die Tyrosinase, unter anderem durch das Abfangen von Kupfer. Die Tyrosinase ist ein Enzym, welches auf Kupfer angewiesen ist, um funktionieren zu können.
2-4% Kojisäure werden üblich verwendet, der Nachteil ist allerdings ihr hohes Potential, die Haut zu sensibilisieren.
Der Ester Kojic Dipalmitate mindert Kojisäures Problem der Instabilität, es gibt aber keine gute Datenlage zur Effektivität dieses Derivates.

 

Lakritzeextrakt

INCI: Licorice Extract
Dieser Extrakt enthält Liquiritin, welches für eine bessere Verteilung des Melanins in der Haut sorgt und bereits bestehendes Pigmente entfernen kann. Ein Tyrosinasehemmer ist der Extrakt auch noch.

 

Vitamin C

INCI: Ascorbic-Acid, Magnesium Ascorbyl Phosphate
Es beeinträchtigt sämtliche oxidative Schritte die zur Entstehung von Melanin notwendig sind und wirkt in Kombination mit Vitamin E noch besser. Da Vitamin C als Säure sehr wasserlöslich ist, hat es Schwierigkeiten mit der Penetration in die Haut. Magnesium Ascorbyl Phosphate (MAP) zeigt sich umwandlungsfähig zur Ascrobinsäure und penetriert besser in die Haut. Die große Masse der Produkte mit MAP verwendet lediglich zu wenig. 3% sollten mindestens enthalten sein.

 

Nicotinamid

INCI: Niacinamide
Die aktive Form des Vitamin B3 greift in den Übergang des Melanins von den tieferen Schichten zu den oberen Hautschichten ein. Für eine generelle Verbesserung der Hautbarriere lohnt sich die Verwendung von Nicotinamid sowieso.

Peelings

Das Sammelsorium aus abgestorbenen Hautzellen und eingelagerten Pigmenten in der Oberhaut möchten wir idealer Weise nicht nur an der Wurzel beeinflussen, sondern auch den überflüssigen Kram schnellstmöglich entsorgen. Chemische Peelings wie AHAs eignen sich dafür ganz hervorragend, da sie für einen kontrollierten Abtrag der obersten Zellschichten sorgen.
Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, kann sich zusätzlich auf Retinol einlassen. Das ist das Vitamin-A Molekül und beeinflusst das Gleichgewicht aus neu-produzierten Hautzellen und den alten Abgeworfenen.
Beide Schritte zusammen können eine große Überforderung für die Haut darstellen, wenn sie noch nicht daran gewöhnt ist. Für Beginners gilt: Eins nach dem Anderen schrittweise in die Routine einführen und damit experimentieren, welche Abstände der Anwendung tolerabel sind.

 

Sisyphusarbeit verhindern

Da die verschiedenen Inhaltsstoffe gegen Hyperpigmentierung unterschiedlich wirken, geben wir uns nicht nur mit einem zufrieden. Kombinationen sind gefragt, die das Spektrum aller Wirkungsweisen decken. Damit nicht alles umsonst ist: SONNENSCHUTZ TRAGEN! Wir alle wissen, dass die UV-Strahlen der Sonne dafür mitverantwortlich sind, dass sich unsere Haut verfärbt. Lasst uns die ganze Arbeit, welche viel Zeit braucht, nicht für die Katz‘ sein.

 

Student der Kosmetik- und Waschmittel-Technologie mit Faible für Inhaltsstoffe, die mehr als bloß eine romantische Geschichte erzählen können. Dabei durchaus experimentierfreudig!

6 Kommentare
  1. Reply
    Blunia 2. September 2017 at 07:07

    Ich hatte als Kind auch ganz viel Sommersprossen… haben mich nicht gestört, passten gut zu meinen goldenen Locken und burschikosen Typ. Ich hatte zum Teil sogar größere Pigmentflecken. Jetzt sind die Sommersprossen komplett weg, einfach verschwunden und die Pigmentflecken so blass, dass sie nicht mehr auffallen.
    Eigentlich habe ich es nicht darauf angelegt. Ich habe ein paar der o.g. Wirkstoffe in Cremes gehabt, aber eigentlich um Rötungen zu mildern und den Teint auszugleichen. Und ich nehme im Sommer immer hohen Sonnenschutz, wenn ich in die Sonne gehe und meine Tagescreme hat auch meist einen Lichtschutzfaktor. Erstaunlich finde ich es trotzdem.
    LG Blunia

  2. Reply
    berit 2. September 2017 at 09:27

    Ich verstehe den Zusammenhang zum Bild ehrlich gesagt nicht. Sind die Inhaltsstoffe alle in dem Serum?

    • Reply
      Sarah 8. September 2017 at 08:23

      Hallo Berit,
      ja das Serum enthält einige Stoffe die Skinci aufgeführt hat. 🙂

      Muss gerade über die Aussage „Vitamin C ist Säure“ nachdenken..

      Viele Grüße

  3. Reply
    Sara 2. September 2017 at 11:07

    Haben die genannten Wirkstoffe auch Auswirkungen auf Leberflecken? Das sind ja auch Melaninansammlungen in der Haut oder?

    • Reply
      Skinci 15. September 2017 at 15:41

      Ja, haben sie 🙂
      Hier ist aber ganz besonders die Geduld gefragt und nicht zu viel Hoffnung, weil bei Leberflecken, die Anzahl der Melanozyten höher ist.

  4. Reply
    Klaudia aus Hamburg 15. September 2017 at 16:27

    den kann man schon kaufen?Danke für die Antwort! Grüße..

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