Passende Foundation für jedermann

Bitte mehr als nur Trend!

Im Januar diesen Jahres hat der japanische Beauty-Konzern SHISEIDO ein Unternehmen namens MatchCo gekauft.

bareMinerals Made-2-Fit

MatchCo ist eine 2013 gegründete Beauty-Marke, die für Kunden mithilfe ihrer App individuell getönte Foundations mischt und nach Hause sendet.

Durch die Übernahme wurde das Konzept nun von bareMinerals unter dem Namen MADE-2-FIT adaptiert – da hört man nun doch ein wenig genauer hin. Schließlich sind die Counter hierzulande zahlreich vertreten…

Vorweg sei gesagt, dass der Kauf nur über die Made2Fit App möglich ist und diese ist für Geräte außerhalb der USA nicht verfügbar. Selbst wenn der Versand nicht zu uns möglich wäre, hätte man es doch gerne einmal probiert.

Wie die App funktioniert, demonstriert Safiya Nygaard sehr anschaulich in ihrem Video.

weitere Rezeptionen

Laut Kimberly V auf YouTube, die bareMinerals MADE-2-FIT ausprobiert hat, sind die Inhaltsstoffe der identisch mit denen der MatchCo. Foundation, was wiederum der Vermutung von Shelby Wilson widersprechen würde, es handle sich um eine „gepimpte“ Version der Complexion Rescue.

Während die Fotostrecke der COSMOPOLITAN an 5 Frauen einen ein wenig sabbern lässt – perfect match for everyone! – ist Kimberlys Erfahrungsbericht relativ ernüchternd und bestätigt eigentlich die Zweifel, die man gegenüber so einem System verspürt. Shelbys Bericht über die kleinen Abweichungen und das Fehlen jeglicher Anhaltspunkte bestärken einen darin nur noch mehr, auch wenn es bei ihr zu passen scheint.

Da war doch was… LANCÔME!

Erst neulich haben wir über das LANCÔME Le Teint Particulier Custom Makeup diskutiert und gehofft, dass es sich als Trend herauskristallisieren möge.

BTW: Gute News LANCÔME – die Shake-Shake-Mischmaschine ist mittlerweile in Europa gelandet! Am Counter im Londoner HARRODS kann man sich vor Ort einen passenden Ton anmischen lassen. Bei Interesse Termin machen!

Dies ist der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Konzepten der Marken: bareMinerals mixt basierend auf den Informationen der App – LANCOME scannt die Haut vor Ort. Beide übernahmen die Technik jedoch von innovativen Jungmarken.

Ein weiterer Unterschied ist der Preis: bei Lancôme muss man $80 am Counter hinblättern – bareMinerals kassiert $49 für die Zusendung. Darüber hinaus fehlt es MADE-2-FIT an Anpassungsmöglichkeiten wie Intensität der Abdeckung und Auswahl des Finishes.

Bei all diesen Service-Abzügen inklusive Wartezeit und der fehlenden Möglichkeit sofort zu reklamieren, kommen einem $80 auf einmal überraschend fair vor.

Doch bevor ihr anfangt zu sparen, lasst euch sagen, es gibt schon jetzt einen Hoffnungsschimmer am Horizont

COVERGIRL Custom Blend Foundation

Auch hier steht mit BeautyU eine Applikation im Apple Store (nur) den US-Kunden zur Verfügung. Die Landing Page zum Service & Produkt sind auf der offiziellen COVERGIRL Seite jedoch leider nicht mehr zu finden. Einzig erreicht man die AGBs auf Umwegen. Vor einigen Monaten war ich noch auf der Seite, doch trotz Google-Suchergebnis für https://www.covergirl.com/beautyu wird man auf die Startseite umgeleitet. Gescheitert?

Vermutlich war das Ganze noch nicht ausgereift. Die ermittelten Parameter waren stets verwirrend für die Anwender und die Ergebnisse nicht stimmig.

COVERGIRL ist eine Marke von P&G und das Pendant zu MAX FACTOR bei uns in Deutschland. Da hätte man doch glatt Geduld gezeigt und auf eine hiesige Umsetzung gewartet.

Mit $25 inklusive Versand war es für COVERGIRL Verhältnisse sicherlich recht teuer, neben LANCÔME und bareMinerals wirkt es wie ein Schnäppchen. Um so günstig zu sein, muss man vielleicht doch erst andere die Pioniersarbeit machen lassen, um aus ihren Fehlern zu lernen und sie nicht bezahlen müssen.

An COVERGIRL und BAREMINERALS sieht man, dass eine App-Lösung schwierig ist, auch wenn MatchCo Hoffnung gibt, dass man daran arbeiten kann. Ob immer bessere Smartphones dabei Vorteil oder verwirrender Nachteil sein werden, wird sich zeigen.

Als Beauty Enthusiast fragt man sich unweigerlich

Warum macht ihr uns das Leben so schwer?

Es gibt die Hardware, es gibt die Technik und es gibt sogar schon die Farbdatenbanken – ihr müsst uns nicht jedem eine Maschine ins Wohnzimmer hinstellen. Warum scannt ihr uns nicht in der Filiale mit dem ausgetüfteltem Gerät, wie man es bei BOOTS findet, und schickt uns die Foundation fertiggemischt nach Hause, statt mit unausgereiften App-Lösungen (diese Douglas Teint-Karte ist ja auch ein Witz) alberne Farbvorschläge zu machen, die die Farbauswahl von essence wie Vielfalt aussehen lassen?

Aber auch BOOTS knausert: die Resultate werden ausschließlich auf die eigenen Foundations angewendet (ich war neulich dort und hab eine Buddel mitgebracht), obwohl das große Sortiment von Foundations für jeder man 2 Meter weiter entfernt ist.

Da merkt man doch schnell, dass die Zufriedenheit des Kunden keinesfalls an erster Stelle steht.

Die Brands müssen wie einst die Plattenlabels mit Kopierschutz auf die Nase fliegen, bevor sie in der „Zukunft“ ankommen. Vielleicht ist dann auch der Zug für Flakons im Ladenregal längst abgefahren…

Cosmetics á la carte

Wer keine Gelegenheit hat bei HARRODS vorbeizuschauen, kann sich bei COSMETICS À LA CARTE umsehen. Dieses alteingesessene Unternehmen bietet seit je her die Möglichkeit individuelle Töne anmischen zu lassen und hat Basisformulierungen mit manch Wirkstoff-Goodie.

Günstig ist es mit 71,50€ auch hier nicht, aber man ist bei Experten unterwegs. Wer nicht die Möglichkeit hat in London persönlich vorbeizuschauen, kann sich ein kleines Sample-Kit zusenden lassen und via Email beim Mixen helfen lassen – oder vielleicht aus dem eigenen Bestand etwas mischen.

CalC bietet auch die Möglichkeit einen beispielsweise nicht mehr erhältlichen Lipstick einzusenden und die Farbe 1:1 anzumischen.

Warum ich diese Marke beim Bericht neulich völlig vergessen habe, kann ich mir gar nicht erklären. Schließlich habe ich vor einer Weile über Cosmetics á la carte geschrieben.

Cosmetics a la Carte

Cosmetics a la Carte bei JACKS BEAUTY DEPARTMENT // Makeup Show Europe 2011 (OMG, schon so lang her!)

GIELLA Custom Blend Cosmetics

Wer in NYC unterwegs ist, kann ja einmal nach dieser Marke suchen…

GIELLA auf Instagram »

Lip Lab Australia

… und auch am anderen Ende der Welt wurde ein Lipstick-Mix-Service um Foundation und Concealer erweitert…

Lip Lab auf Instagram »

Man wird den Eindruck nicht los, dass – wie so oft im Beauty-Universum – die Zeit reif für einen Trend sein muss. Die Idee Kosmetik individuell mischen zu lassen, ist garantiert nicht neu, die Umstände müssen aber passen und die Zeit scheint nun endlich reif zu sein.

Foundation aus dem Automaten zapfen – ob wir das tatsächlich noch erleben werden? Was sagt ihr?

Mother of Pearl, Shimmer & Magimania
graublau | ∫∫∫ braun & fein | Ω sehr hell & gelblich | Sommertyp | leichte Mischhaut | Haardesaster

10 Kommentare
  1. Reply
    Silke 12. Juli 2017 at 21:40

    Es gibt eine Firma die recht gute Custom made Mineral Foundation und Concealer macht. Haut Cosmetics aus Kanada. Man macht ein Foto mit dem Handy schickt es ein und bekommt eine Farbberatung/ Vorschlag für eine Foundation und es ist Naturkosmetik. Ich hab es mal ausprobiert und war recht happy, leider hat die Konsistenz nicht für mich gepasst, würde es aber definitiv weiterempfehlen!
    In den grossen Städten sollte es schon lange solche Counter geben die individuelle Foundation mischen und auf spezielle Kundenwünsche eingehen, wie Duftfreie, reizarm oder auch Deckkraft. Ich kenne genug die sehr viel Geld mit Freude dafür ausgeben würden !

    • Reply
      Magi 13. Juli 2017 at 12:27

      Mit Mineral Makeup gibt es das mWn häufiger, aber das finde ich persönlich nicht interessant. Das würde ich mir in der Küche in 5 Minuten selber machen ^^ Irgendwas ist es, dass einen auch jenseits der Farbe allein an diesen Systemen reizt.

      Also eine Custom Foundation ist eigentlich echt überfällig. Ich wundere mich, warum mir das nicht viel früher bewusst wurde. Aber wie man sieht: die Marke hinter Lancome war schon lange in Malls und kein Schwein hat sich dafür interessiert. Es muss also wirklich über die namhaften Brands kommen…

  2. Reply
    Petra 12. Juli 2017 at 22:21

    Als du in Montreal warst, habe ich dich glaube ich schon mal auf HAUT Cosmetics hingewiesen, ich denke, die meint sich Silke. Dort lohnt sich ein weiterer Blick, denn es gibt zwischenzeitlich auch Formulierungen ohne Kokosõl. Bei mir hat das Customizing exakt getroffen, vorher hatte ich Samples einiger Standardfarben. Aber natürlich sind die Produkte nach wie vor ohne Konservierung und daher auch gekühlt nur beschränkt haltbar. Meine ist aber nach wie vor geruchlich und geschmacklich unverändert (Vorteil bei NK ), auch der PH-Wert ist immer noch gleich. Allerdings ist sie auch permanent gekühlt, ich entnehme Produkt nur mit dem Spatel und sie inzwischen fast leer.
    Aber cool, dass die Idee aufgenommen wird, gerade für die sehr hellen Hauttöne findet man nur schwer passende Foundation.

    • Reply
      Magi 13. Juli 2017 at 12:37

      Oh, da erinnerst Du Dich recht genau. Sorry, ich hab das nicht im Kopf.

      Für mich gilt da aber bei Foundation absolut „ohne Silikon, ohne mich“… Mal vom Komfort abgesehen (und was du da mit der Konservierung schreibst :-o), Fondations auf natürlichen Ölen dunkeln bei mir EXTREM nach. Also unbeschreiblich doll. Da würde ein individueller Ton auch nix bringen. So „dicht dran“ kriege ich auch mit den Farben aus dem Handel hin.

      Hach, ch bin einfach mittlerweile so Anti-NK, dass ich dem niemals etwas Positives abgewinnen könnte. Aber ich verstehe total, wenn man aus ideellen Gründen darauf besteht. Es ist jedoch nicht mein Anspruch an eine Foundation, darum habe ich vermutlich auch damals nicht viel Interesse gezeigt. Ich freue mich aber, wenn ihr mir auch weiterhin solche spannenden Marken zeigt.

  3. Reply
    Blunia 13. Juli 2017 at 06:45

    Eine App Lösung finde ich wirklich schwierig, allein schon, wegen der verschiedenen Lichtverhältnisse, die die App ja miteinrechnen müsste. Auch kann ich mir nicht vorstellen, wie eine App die richtige Farbe finden kann, weil es ja immer auf das Gesamt-Matching (zum Hals und bei verschiedenen Teintnuancen im Gesicht, bei zu Rötungen neigender Haut eben nicht rötlich) ankommt.
    Vor Ort in der Drogerie könnte ich es mir schon eher vorstellen, wobei es zusätzliche Eingabemöglichkeiten geben sollte wie: eher heller gewünscht, etwas dunkler (der nächste Sommerurlaub steht bevor), nicht neutral sondern gern einen tick mehr in Richtung gelblich, stärke der Mattierung bzw. des Glows etc. Und dabei kommt es wieder auf die Beratung an und jeder von uns ist schon erschreckend schlecht beraten worden in einer Drogerie, oder?
    LG Blunia

    • Reply
      Magi 13. Juli 2017 at 12:41

      Die COVERGIRL Lösung schreit ja wirklich danach total daneben zu liegen. Die Kalibrierung mit MADE2FIT finde ich aber durchaus interessant – zumindest eine Weiterentwicklung. Das Konzept mit der Karte, das u.a. Douglas nutzt, zeigt aber, dass selbst Kalibrierung nicht wirklich treffend ist.

      Die LANCOME Lösung erscheint mir auch langfristig die logischere – nur universell müsste es sein. Für manche custom-Geschichten ist man als Kundin ja doch etwas zu desinteressiert, aber hier wäre es doch nun wirklich in jedermanns Sinne. Und wenn jeder eine eigene Formulierung hat, läuft auch nicht jeder zur Konkurrenz.

  4. Reply
    Lizzy 13. Juli 2017 at 11:02

    Hi Magi, danke für deine spannende Recherche!
    Ein Farbmischautomat vor Ort in der Drogerie/Parfümerie wie bei Wandfarben im Baumarkt wäre wirklich in Traum!

    Dass sich die Apps nicht durchsetzen, wundert mich nicht. Da ist einfach die Wahrscheinlichkeit von Anwendungsfehlern zu groß (schlechtes Licht, ist die Haut rosastichig oder hat nur viele Rötungen usw).

    Aber auch vor Ort habe ich Zweifel, ob sich das durchsetzt. So lange die Durchschnittskundin (und auch die Durchschnittsverkäuferin!) Foundation noch dazu nutzt, gebräunter auszusehen etc. wollen die meisten Kundinnen doch gar keine Foundation in dem Hautton, den sie haben, sondern in dem Hautton, den sie gerne hätten.
    Das sieht man ja schon daran, welche Farbtöne sich gut verkaufen und welche Hauttöne hierzulande verbreitet sind. Das Foundationsortiment ist deutlich dunkler und die hellen Töne rosastichig. Das scheint die Mehrheit der Kundinnen so zu wollen, auch wenn es nicht dem Hautton entspricht. Wenn sich andere Farbtöne bessere verkaufen würden, hätten die Marken ihre Farbpalette längst umgestellt.

    Auf die Nische kann man natürlich hoffen. Vielleicht wäre es ja etwas für Marken, die eigene Shops haben (Kiko, Yves Rocher, The Body Shop etc.)? Bei Kosmetikerinnen scheint man soetwas ja teils auch schon zu bekommen. Z.B. dermaviduals mischt Foundations grundsätzlich individuell an, soweit ich weiß. Hat das schon mal jemand ausprobiert?

    • Reply
      Magi 13. Juli 2017 at 12:47

      Wenn man bedenkt, dass vor 15 Jahren nur blaue, braune und graue Lidschattenquartetts in den Regalen lagen, da sehe ich es nicht wirklich so pessimistisch. Ich denke, viel mehr als an der Bereitschaft würde es an den Kosten scheitern. Selbst jene, die sich sonst auch mit CHANEL & Co schminken, dürften bei Preisen um 80€ schlucken – zumal vielen am Ende die Standardtöne ja doch recht gut passen.

      Dennoch ist die Dynamik immer recht spannend und gerade weil die bekannten Marken jetzt dabei sind, denke ich, kommt etwas ins Rollen. Wenn essence Lacke und Lipglosse mixen kann, dann ist Makeup ja nicht mehr ganz so weit weg. Lass es anständige Kits für Zuhause geben, die nicht nur weiß enthalten, sondern auch etwas Farbe.

      Kurz gesagt, glaube ich, dass es ein Image-Ding sein muss und nicht die primäre Einnahmequelle einer Marke. Dann flutscht’s…

  5. Reply
    Stephie 16. Juli 2017 at 21:36

    Ich war im Juni beim BeautyThon veranstaltet von Schwan Digital Studio und da ging es um das Entwickeln neuer (digitaler) Beautytrends. Wir hatten die Idee ein Gerät zu entwickeln, welches den Hautton perfekt misst mit Untertönen und dann die perfekte Foundation aus einer Datenbank mit allen Marken für uns ausspuckt. Einer aus unserer Gruppe hatte schon einen Sensor dafür entwickelt. Dann hatten wir fünf Überlegungen wie man das ganze vertreiben könnte, ob im Store, per App, unterwegs in einer Booth usw. Wir waren uns alle einig, dass keine der uns bisher bekannten Apps dies optimal umsetzen kann. Aber auch das im Store anzubieten hat einige Herausforderungen. Wir hatten das auch vor eine Jury gepitcht, denen das glaube mit dem Sensor zu kompliziert ist und die nicht gesehen haben, wie man das mit einer Farbdatenbank verbinden könnte. Haben also andere den Zuschlag erhalten. Ich hatte bei Recherchen gesehen, dass es auf dem chinesischen Markt schon so einen Sensor gibt, der auch ausspuckt, ob man gelb- oder rosastichige Haut hat. Wie du schon schreibst, die Nachfrage ist da. Wir hatten ja Leute dazu auf der Straße und im Laden befragt. Das, was Lancome bei Harrods anbietet, wird es doch bestimmt auch für eine Gesamtfoundationdatenbank geben können, wenn man denn wollte.

    Liebe Grüße
    Stephie

  6. Reply
    Nina 2. August 2017 at 14:10

    Ein sehr informierender Text! Ich denke jedoch das dieser Trend nicht so besonders ist. Erstens ist es überteuert, man kann seine Foundation auch gut im Fachgeschäft der Farbe anpassen lassen und zweitens sollte man lieber eine Foundation entwickeln die nicht nur der Farbe sondern auch des Hauttypen und des Hautbildes angepasst werden sollte. Aber super Text!
    xo Nina

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