anzeige
Sephora Gift Sets Deutschland

Mineralischer Sonnenschutz

Zinkoxid lässt grüßen!

Zinkoxid hat den besseren UVA-Schutz. Hat Dein Sonnenschutz nur Titandioxid?

anzeige

 

Sonnenschutz basiert entweder auf anorganischen, „mineralischen“ UV-Filtern, organischen, „chemischen“ UV-Filtern, oder einem Mix beider Kategorien. Dabei sind lediglich Titandioxid TiO2 und Zinkoxid ZnO, als anorganische UV-Filter innerhalb der EU, zugelassen.

Die pigmentierende Eigenschaft beider UV-Filter fällt bei Verwendung eines mineralischen Sonnenschutzes in der Regel schnell ins Auge. Das Ausmaß füllt da, je nach verwendetem Sonnenschutz, jegliche Abstufungen zwischen ‚kaum sichtbar‘ und ‚weiße Wandfarbe‘ aus.

Auf UVA-Schutz achten!

Neben den Äußerlich- und Annehmlichkeiten eines solchen Sonnenschutzes, spielt die Schutzwirkung vor UVA-Strahlung eine Rolle, die sich lohnt in Betracht zu ziehen. Die Zeiten des Glaubens, nur die UVB-Strahlen, die den Sonnenbrand auslösen, seien hautschädigend, sind längst vorbei. Der Anteil an zu uns gelangenden UV-Strahlen in DE beläuft sich auf ca. 94% UVA und 6% UVB-Strahlung (Abweichungen nach Tages- und Jahrezeiten) [1]. Zum Winter hin sinkt die Intensität der UVB-Strahlung, die Intensität der UVA-Strahlung jedoch kaum. Der Schutz vor UVB-Strahlen ist in jeder Sonnencreme abgedeckt, beim Schutz vor UVA-Strahlen ist genaueres Hinsehen notwendig. Einen Sonnenschutz, der das Spektrum der UVA-Strahlen nicht abdeckt, zu verwenden, ist im Winter überflüssig und im Sommer riskant.

In meinem Post zum Vergleich von TiO2 und ZnO ließ sich bereits erkennen, dass eine Kombination beider Filter deshalb sinnvoll ist, weil TiO2 im Bereich der UVB-Strahlung und ZnO im Bereich der UVA-Strahlung effizienter ist. Wenn ein Sonnenschutz mit ZnO allein einen hohen SPF erzielt, ist so auch das UVA-Spektrum gut abgedeckt.

IMG 2809

13% Zinkoxid

Die Schutzwirkung eines Sonnenschutzes ist von zu vielen Faktoren abhängig, als dass wir uns hinstellen und mit gutem Gewissen einen SPF oder PPD-Wert vorhersagen könnten. Der SPF ist meist angegeben, der PPD (Schutzangabe für UVA-Strahlung) selten. Dafür schauen wir einfach nach Filtern, die gut im UVA-Bereich wirken [2, 3].

Bei Vorliebe für mineralische Filter ist die Auswahl so übersichtlich, dass einfach ZnO enthalten sein sollte, damit das Spektrum der langwelligen UVA-Strahlung vernünftig abgedeckt ist. Dennoch kann es zur Verwirrung kommen, denn sowohl für TiO2 als auch für ZnO gilt:

Höhere Konzentration ist nicht mit besserem Schutz gleichzusetzen.

 

Clinique City Block SPF25 1 415x415

Clinique©

Clinique City Block SPF25

  • 7,3 % TiO2 [4]
  • 6,9 % ZnO [4]Clinique City Block SPF25
  • Pa+ | PPD 2 – 4 [6]

 

 

 

 

 

Clinique Mineral Sunscreen Lotion SPF30 Body 415x415

Clinique©

Clinique Mineral Sunscreen Lotion SPF30 Body

  • 3,2 % TiO2 [5]
  • 2 % ZnO [5]
  • Pa+++ | PPD 8 – 16 [6]

 

 

Größe der Partikel

Bei der Schutzwirkung kommt es nicht nur auf die Konzentration an, denn die ist schließlich nach Gewicht berechnet. Ziel ist es, einen möglichst gleichmäßigen Film auf der Haut zu schaffen, damit wir an so vielen Stellen wie möglich, die kleinen, schützenden Partikeln positioniert haben.

IMG 4181

Im linken Glas ist so viel Wasser enthalten, wie im mittleren und rechten Glas zusammen. Wenn das jetzt unsere Menge an Partikeln wäre, hätten wir zweimal die gleiche Menge. Einmal verteilt auf das mittlere und das rechte Glas und einmal im linken Glas. Bei gleicher Menge ist die Oberfläche des Wassers in den kleinen Gläsern insgesamt aber doppelt so groß, weil wir zwei Gefäße haben. Im großen Glas steckt viel Inhalt, der gar nicht außen an der Oberfläche wirken kann. Das ganze könnten wir beliebig erweitern, so dass wir die Menge aus dem linken, großen Glas, auf viele flache Gläser mit großer Öffnung verteilen. Wir würden so mit der gleichen Menge, eine viel größere Oberfläche schaffen.

Bei den Partikeln ist das ähnlich. Je kleiner die Partikel, umso mehr Oberfläche haben Sie, die mit den UV-Strahlen reagieren kann. Gleichzeitig lässt sich so mit Ihnen ein ebenmäßigerer Film auf der Haut bilden, der weniger Lücken lässt, durch die die Strahlen durchkommen können. Angenehm ist dazu das leichtere Gefühl: Die Schicht ist nicht unnötig dick und pastös, mit viel Partikeln, die gar nicht zum Einsatz kommen, sondern dünner und weniger weißelnd.

Partikel-Verklumpung

Socializen ist für die Pigmente Alltag. Gerne finden sie sich freizügig in Gruppen zusammen, wodurch das Problem der guten Verteilung eintritt. Ansammlungen von kleinen Partikeln verhalten sich wie große Partikel mit ihren Nachteilen. Um das zu verhindern, werden sie in ‚Mänteln‘ verpackt, die zum Einen die Versammlungen der Partikel verhindern sollen und zum Anderen eine zusätzliche Schicht bilden können, die den Weg der UV-Strahlung verlängert, ergo den Sonnenschutz verbessert.

 

EU Sonnenschutz ohne Zinkoxid, was ist da los?

Am 22. Oktober 2015 wurde vom Ständigen Ausschuss der Europäischen Kommission abgestimmt, dass Zinkoxid sowohl in Nano- als auch Nicht-Nano-Form als UV-Filter eingesetzt werden darf. Ein halbes Jahr später, dem 21. April 2016, wurde ZnO offiziell mit in den Annex VI der Verordnung aufgenommen [7]. Kaum vorstellbar, dass ein so lang verwendeter Inhaltsstoff erst seit so kurzer Zeit in Europa als UV-Filter verwendet wird.

Wurde er vorher nicht verwendet? Auf Anfrage beim Kundenservice von Clinique, wurde mir bestätigt, dass es sich bei der Mineral Sunscreen Lotion SPF30 for Body in Europa um die gleiche Rezeptur, wie in den Staaten, handelt. Ein Blick auf die INCI-Listen:

 

Clinique Body SPF INCI US

Clinique Body SPF INCI EU

Zinkoxid ist in der europäischen Version des Sonnenschutzes ans Ende der Liste gerutscht. Da innerhalb der INCI-Listen nach Menge sortiert wird, müssen die Inhaltsstoffe am Ende der Liste nur in ganz geringen Konzentrationen vorhanden sein. Alle Inhaltsstoffe, die in 1%iger Konzentration oder geringer enthalten sind, können in beliebiger Reihenfolge hinter den Inhaltsstoffen, die zu mehr als 1% enthalten sind, gelistet werden. Da der Sonnenschutz 2% Zinkoxid enthält, müsste er dennoch in den Inhaltsstoffen nach Menge eingeordnet sein.

Was wären Regeln ohne Ausnahmen? Zinkoxid wird hier mit einem Color Index-Code (CI) und somit als Farbstoff/Pigment angegeben. Farbstoffe sind Ausnahmen, da sie beliebig in die Reihenfolge der Liste eingeordnet werden dürfen [8].

Am Beispiel der Clinique SPFs ist erkennbar, dass eine höhere Filtermenge nicht zwingend besser schützt. Die Mineral Sunscreen Lotion SPF30 enthält nur ca. 1/3 der Filtermenge und schützt dabei im UVA-Bereich deutlich besser. Beide europäische Versionen haben Zinkoxid nur am Ende der INCI-Liste stehen und doch enthalten sie die gleiche Konzentration Zinkoxid, wie in der US-Version.

Wenn Du also das nächste Mal einen Sonnenschutz in der Hand hälst, der in der europäischen Version Zinkoxid nur am Ende mit CI Code stehen hat, frage Dich, ob es sich vielleicht nicht doch um die gleiche Formulierung handelt. Vom Kundenservice können wir uns unsere Vermutung bestätigen lassen.

Bei Sonnencremes von Clinique habe ich es des Öfteren gelesen, dass auf den Sonnenschutz verzichtet wurde, weil vermeintlich nur Titandioxid als mineralischer Filter in ausreichender Konzentration enthalten war.

 

  1. welt.de, „UV-A-Strahlen sind eine unterschätzte Gefahr“
  2. SKINCI, „Die Top 3 Anti-Aging Inhaltsstoffe“
  3. Agata, „Everybody’s free to wear sunscreen“
  4. Beautypedia, „City Block Sheer Oil-Free Daily Face Protector Broad Spectrum 25 SPF“
  5. Beautypedia, „Mineral Sunscreen Lotion for Body Broad Spectrum SPF 30“
  6. Clinique Korea
  7. Lexikon Europäischer Verordnungen
  8. Leitlinien Kennzeichnung von kosmetischen Mitteln

Student der Kosmetik- und Waschmittel-Technologie mit Faible für Inhaltsstoffe, die mehr als bloß eine romantische Geschichte erzählen können.

Dabei durchaus experimentierfreudig!

9 Kommentare
  1. Reply
    Nancy 6. November 2017 at 15:03

    Hallo Magi,
    danke für den interessanten Beitrag. In meiner Dr. med. Christine Schrammek Sensiderm Sun Cream LSF 50 + ist nur Titandioxid und kein Zinkoxid enthalten. Dafür ist auch Tinosorb S, ein chemischer Lichtschutzfilter, enthalten.
    Viele Grüße 🙂

    • Reply
      Skinci 18. November 2017 at 12:03

      Tinosorb S deckt ja genial UVA-I ab. Sollte hier nur um die anorganischen Filter gehen, bei den synthetischen gibt es ja mehr als einen Filter, die UVA-I toll abdecken. :p

  2. Reply
    Linda Libra Loca 7. November 2017 at 15:49

    Und hier dachte ich, ich wüsste eine menge über SPF. Vielen Dank für diesen überaus interessanten Artikel!

  3. Reply
    skinny2 7. November 2017 at 18:09

    Das ist echt interessant, da muss ich beim nächsten Kauf darauf achten! Da ich bei starker Sonneneinstrahlung oft trockene Haut bekomme, vermeide ich das Sonnenbaden in der Regel, schmiere mich aber trotzdem immer ein. Mit einer Apres Lotion geht es aber. Mich würde generell interessieren, was trockene Schleimhäute verursachen kann und wie man das behandelt. Oft wirken da ja viele Faktoren mit.

    • Reply
      Skinci 18. November 2017 at 12:01

      Bekommst Du auch trockene Schleimhäute, wenn Du lange draußen in der Sonne warst?
      Zur Behandlung von trockener Schleimhaut kann ich allerdings nichts sagen.

  4. Reply
    Elisabeth P. 8. November 2017 at 20:15

    Hallo Skinci! Wir Mal ein toller Beitrag! Danke! Ich habe mich so gefreut auf deinen Instagram-Post zu lesen, dass es einen neuen Artikel von dir gibt <3
    Auf die Idee Zinkoxid bei einer IC-Nummer zu suchen wäre ich nie gekommen, genial!!! Stimmt es, dass Zinkoxid im Nicht-Nano-Format bei Sonneneinstrahlung zerfällt? Und dass Nano-Zinkoxid nicht mehr das ganze Breitband-Spektrum abdeckt? Was dazu gehört!
    Liebe Grüße, Elisabeth

    • Reply
      Skinci 18. November 2017 at 11:59

      Hey Elisabeth, danke Dir für den herzlichen Kommentar 🙂

      Zinkoxid ist ein stabiler UV-Filter, deshalb habe ich einfach mal nachgeschaut, woher die Aussage rühren könnte: Es gibt da Problematiken bei Gemälden (Reaktionen über sehr lange Zeiträume mit ganz anderen Chemikalien) und Zinkoxid mit z.B Edelgasen oder Kreolen. Das sind Umstände die für den Kosmetikbereich total aus dem Kontext gerissen wären. Also nein, um den Zerfall von Zinkoxid in Deinem Sonnenschutz musst Du Dir keine Sorgen machen.

      Die Partikelgröße hat tatsächlich einen gewichtigen Einfluss auf die Absorption von Zinkoxid. Die kleineren Partikel streuen das UV-Licht kaum noch, was im Bereich ~385-400 nm, also ganz am Ende es UVA-I-Spektrums, den Schutz überwiegend ausmacht. Im Schnitt absorbiert Zinkoxid (Nano) am stärksten bei 370nm. Bis 400nm sinkt das recht weit ab, aber ein bisschen Schutz ist da noch.

      Da die kleineren Partikel im Verhältnis zu den größeren Partikeln ein Vielfaches an UV-Strahlung absorbieren können, relativiert sich das ganze und in der Realität Verklumpen immer kleinere Partikel zu Größeren. Man versucht einfach nur das Verklumpen so gut es geht zu verhindern. Die Größeren haben dann ja auch wieder die Eigenschaften den UVA-I Bereich etwas besser abzudecken. Nanopartikel, wie sie im Sonnenschutz vorkommen, sind da auch noch gut im UVA-I Bereich dabei 🙂

      Falls Du mit Diagrammen gut zurecht kommst:
      http://pubs.rsc.org/services/images/RSCpubs.ePlatform.Service.FreeContent.ImageService.svc/ImageService/Articleimage/2014/RA/c4ra03158j/c4ra03158j-f1_hi-res.gif

  5. Reply
    MingKha 10. November 2017 at 17:43

    Tolle Eigenschaften hin oder her, ich verzichte bewußt auf Nanopartikel in den Sonnencremes.
    Frei nach dem Motto „Nano? Nein danke“ 🙂

Hinterlasse einen Kommentar

MAGIMANIA Beauty Blog

Mit Freunden teilen